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Depeche Mode - Live In Berlin (DVD)

Live In Berlin (DVD)
  • VÖ: 14.11.2014
  • Label: Columbia Music/Sony
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 262

Die Hoffnung: Vielleicht reißt es ja der Livefilm zum wohl schwächsten Depeche-Mode-Album aller Zeiten raus. Das Ergebnis: eher ernüchternd.

Nun ist es also doch passiert. Depeche Mode haben ihre Immunität verloren. Nach über 30 Jahren, in denen sie der New-Romantic-Bewegung entwuchsen, zu Großmeistern des Synthie-Pop wurden, den Rock für sich vereinnahmten, auf dem Gipfel fast zerbrachen, als wiedererstarktes Trio auferstanden und ihren verdienten Karriereherbst als eher geniale denn graue Eminenz der elektronischen Musik bestritten – nach mehr als drei Dekaden genreübergreifender Pionierleistungen und zwölf mindestens gelungenen Studioalben haben Depeche Mode eine mediokre, vielleicht sogar überflüssige Platte aufgenommen: "Delta Machine". Nun gilt es längst als zuverlässiger Reflex der Band, nach neuem Album dessen Live-Ableger nachzuschieben. Ihr langjähriger Art Director Anton Corbijn hat dann immer viel zu tun. Er muss im Grunde die optische C.I., die er für Depeche Mode stets aufs Neue entwickelt und über Artworks und Stage-Designs verbreitet, filmisch festhalten. Rein handwerklich gelingt ihm das auf "Live In Berlin" auch wie gehabt ganz wunderbar. Der Film hat Kante, einen schönen Schnitt und macht dadurch so einiges wett, was die naturgemäß aufs neue Album fokussierte Setlist an Schwäche aufweist. Technisch betrachtet ist "Live In Berlin" allerdings eine Katastrophe für eine HiFi-Band wie Depeche Mode: kein HD, durchwachsene Close-ups, verpixelte Totalen. Am besten schlägt sich noch der Sound, für den man allerdings nicht mehr braucht als die ebenfalls erhältliche Audio-only-Version des Films. Den man damit, kurz gesagt, vergessen kann.

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