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0 Autor: Wolf Kampmann

Primal Scream - Vanishing Point

Vanishing Point

Die neue Formel von Primal Scream heißt Maßlosigkeit. Was bei 99 % aller anderen Bands jedoch schon nach wenigen Minuten Gähnanwandlungen auslöst, ist den Schotten spannend wie ein Thriller geraten. In ihren Songs, teilweise instrumental, teilweise mit verfremdetem Gesang, schleichen sie stets erst eine Weile um den heißen Brei herum, um im entscheidenden Moment mit einem Sound, einem Groove oder einer Phrase zuzuschlagen. Natürlich gibt es wieder Referenzen an die Stones und Byrds. Selbst Ray Manzareks E-Piano meint man wiederzuerkennen. Diese Elemente werden jedoch mit gehörigen Prisen Dub, Ambient und Jazz versetzt. Eine Baßklarinette brummt in ihren tiefsten Lagen, und eine Melodika verleiht dem Groove Flügel. Pate für das neue kosmische Soundverständnis der Band stand vor allem der ’93 verstorbene Big Band Leader Sun Ra. Primal Scream haben sich nicht nur von ihrer Retro-Rock-Attitüde befreit, die noch auf ihrem letzten Album den Ton angab, sondern sie haben sich selbst und ihren gesamten Zirkel gleich mehrfach überholt. Und wer keine Lust hatte, sich nur wegen Primal Scream den Soundtrack zu Trainspotting zu holen, der wird sich freuen: auch dieser Track ist auf dem neuen Album zu hören.

Leserbewertung: 9.8/12

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