Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Matthias Möde

Mark Lanegan - No Bells On Sunday (EP)

No Bells On Sunday (EP)

Weil Mark Lanegan gerne Songs schreibt, aber nur ungern welche wegwirft – seien sie noch so ungewöhnlich –, veröffentlicht er wenige Monate vor seinem neuen Album die EP "No Bells On Sunday".

Die erscheint auf Vinyl und als Download und beginnt mit nervös flackernden Störgeräuschen des sechsminütigen "Dry Iced", denen Mark Lanegans kratzig ruhige Stimme konträr gegenübersteht. Die muss sich wenig später auch noch mit einem pumpenden Beat arrangieren, schafft es aber den Song in ein angenehmes Gleichgewicht zu bringen. Vor diese Aufgabe wird Lanegan im folgenden Titeltrack nicht gestellt: "No Bells On Sunday" setzt sich aus einem schleppenden, fast kriechenden Beat und Keyboards aus der Gruft zusammen. Lanegan predigt seelenruhig zum Untergang, um im nächsten Song wieder aufzuerstehen. In "Sad Lover" singt er mit ungewöhnlich hoher Stimme zu einem motorischen, nach vorne gehenden Beat und Fuzz-Gitarren – und erinnert damit an The Soundtrack Of Our Lives. Im Gegensatz zu den leider aufgelösten Schweden ist Lanegan mit einem halben Jahrhundert auf dem Buckel noch bemerkenswert produktiv. 2013 veröffentlichte er mit "Black Pudding" und der Coverplatte "Imitations" zwei minimalistische Alben und Anfang 2014 erschien mit "Has God Seen My Shadow? An Anthology 1989-2011" sein Rückblick auf 22 Jahre Solo-Dasein. Nun bringt Lanegan den Vorboten zu seinem im Oktober erscheinenden Band-Album "Phantom Radio" heraus. Die fünf recht unterschiedlichen Tracks werden auch auf der Deluxe-Version des Albums enthalten sein. Zur richtigen Platte hätten sie nicht gepasst, weil sie zu albern seien, sagt Lanegan. Wegschmeißen kam aber nicht in Frage, und das wäre in der Tat auch zu schade gewesen.

Leserbewertung: 10.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.