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0 Autor: Dennis Plauk

Radio Moscow - The Great Escape Of Leslie Magnafuzz

The Great Escape Of Leslie Magnafuzz

Wieder so eine Platte, die unmöglich jünger als 40 sein kann. In diesem Leben kriegen sich Radio Moscow jedenfalls nicht mehr ein zwischen Hendrix-Blues und Proto-Metal à la Blue Cheer.

Irgendwas heult nämlich immer auf dem dritten Radio-Moscow-Album, das natürlich einen so beknackten Titel wie The Great Escape Of Leslie Magnafuzz tragen muss. Meistens ist es die Gitarre von Bandchef Parker Giggs, die er mit Vorliebe durch ganze Effektketten post-apokalyptischer Fuzz-Verzerrer schickt und mit einer Virtuosität und Blues-Seligkeit bespielt, die auf kein anderes Idol als Jimi Hendrix schließen lässt. Nimmt man das scheppernde Schlagzeug dazu, den wummernden Bass und Giggs’ Schmirgelpapierstimme, ist das Bild einer Band komplett, die nirgends lieber leben würde als in den ausgehenden 60ern. Die Wahrheit sieht allerdings trister aus für die drei Hippies aus Iowa: Radio Moscow kämpfen sich mit ihrem Psychedelic-Bluesrock durch die schmuddeligen Kellerclubs von Nordamerika und werden für ihren vollendet-antiquierten Sound öfter belächelt als bejubelt. Die prominenteste Ausnahme von dieser Regel blickt euch in diesem Monat von der Titelseite an: Dan Auerbach von den Black Keys erklärte den Plattenvertrag von Radio Moscow zur Chefsache und brachte die Band auf seinem Label Alive Natural Sound unter. Man hilft sich eben unter Artverwandten. Prognose: Radio Moscow werden dem Beispiel der Black Keys trotzdem nicht folgen und zeitlebens auf den Underground abonniert bleiben. Für alles andere klingen sie zu spitz, zu räudig, zu rückwärtsgewandt. Aber das muss The Great Escape Of Leslie Magnafuzz ja nicht zu einer schlechten Platte machen. Genau genommen macht es das Album sogar zu einem außerordentlich guten.

Bewertung: 9/12

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