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0 Autor: Carsten Sandkämper

King Buzzo - This Machine Kills Artists

This Machine Kills Artists

King Buzzo zieht den Stöpsel. Beschränkt auf seine Stimme und akustische Gitarre macht er sich zur Aufgabe, ein Unplugged-Album einzuspielen, das den Ruch der Seichtheit abschüttelt wie einen mottenzerfressenen Mantel.

Zwei Dinge werden mit dieser ersten Solo-Platte des Melvins-Frontmanns deutlich. Zum Einen: Unplugged ist unplugged ist unplugged und wird darum jeden, der sich daran versucht, wie eine weichgespülte Version seiner selbst erscheinen lassen – sogar Buzz Osborne, trotz aller Beteuerungen im Vorfeld. Zweitens stellt Osborne hier bestechend unter Beweis, dass alles, was er anfasst, nach Melvins klingt. Dass er den Geist dieser Band begründet, lebt und wahrscheinlich sogar ausschwitzt. Die 17 Zwei- bis Drei-Minüter klingen einfach zu oft wie Demos für „das große Besteck“. Zu gerne möchte man ein paar Monate vorspulen und sich Riffmonster wie "The Vulgar Joke" oder "Dark Brown Teeth" im vollen elektrischen, majestätisch verzerrten Ornat geben. Welch großen Spaß würde ein Hit wie "Useless King Of The Punks" im ohrenbetäubend lauten Club anstatt am Lagerfeuer machen? Und die Erkenntnis, dass genau das nicht passieren wird, macht schon ein wenig traurig. Auch wenn die Songs genau den verqueren, abgründigen Humor Osbornes transportieren und genau den Groove atmen, den man von ihm erwartet. Auch wenn dieses Album sein Statement zum Thema Reduktion und Beschränkung aufs Wesentliche ist: "This Machine Kills Artists" wird nicht mehr als eine Fußnote in Osbornes Schaffen bleiben. Natürlich ist diese Meinung konservativ, aber sie fußt nicht zuletzt auf 20 Jahren der Konditionierung auf Melvins im Overdrive-Modus. Darum: demnächst wieder laut, bitte.

Bewertung: 7/12

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