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0 Autor: Sascha Krüger

Device - Device

Device

Disturbed machen Pause, Frontmann David Draiman macht weiter. Mit einem starbesetzten Soloding, das er „futuristischen Rock“ nennt. Netter Euphemismus für: Meat Loaf auf Industrial.

Vielleicht haben sie es selbst gemerkt: So richtig dringend brauchte die Welt Disturbed schon länger nicht mehr, die Verkäufe sanken kontinuierlich. Dann stieß Draiman auf den Ex-Filter-Musiker Geno Lenardo. Die beiden verstanden sich und bastelten ein Werk zusammen, das sich angeblich an frühen Ministry und Nine Inch Nails orientiert, gleichzeitig aber amtlich modern klingt. Ans Schlagzeug setzte sich Evanescence-Mann Will Hunt, und für den guten Ruf luden sich Device einen ganzen Sack prominenter Leute ins Studio ein, zum Beispiel Serj Tankian, Tom Morello, Geezer Butler, Glenn Hughes und Lizzy Hale. Klingt erstmal fett, wie auch die Produktion des Albums. Das pumpt und peitscht und brodelt schon ordentlich und wird kunstvoll durch ruppige Industrial-Passagen aufgebrochen. Aber was hilft es, wenn Draiman sein übertheatralisches Großkotz-Gebaren, das schon Disturbed aller Glaubwürdigkeit beraubt hat, auch hier nicht ablegt? Die Refrains jedenfalls erinnern mehr an Meat Loaf als an Trent Reznor, sein Knödeltenor hat, gerade in den höheren Lagen, etwas unsittlich Berührendes. Solange es ordentlich brettert, ist das noch erträglich, es gibt sicher reichlich Menschen, die solches Pathos dufte finden. Doch dazwischen sind auch Industrial-Balladen, und dann wird "Device" richtig schlimm, das hält kein Goth mehr aus. Gut, dem eher einfach gestrickten Rockergemüt wird es gefallen, bekommt er doch voll auf die Zwölf. Alle anderen werden sich ein stilles Grinsen nicht verkneifen können.

Bewertung: 5/12

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