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0 Autor: Markus Hockenbrink

The Besnard Lakes - Until In Excess, Imperceptible Ufo

Until In Excess, Imperceptible Ufo

Wenn man die Besnard Lakes schon kennt, ist die Albumbesprechung schnell erledigt: klingt wie immer, also geil. Für alle anderen muss man dagegen mindestens so weit ausholen wie der Plattentitel, von dem niemand weiß, was er bedeutet.

Also: Die Besnard Lakes sind zwei leicht satanisch aussehende Eheleute aus Montreal, die ein eigenes Studio namens Breakglass besitzen. Hier kommt jeder kanadische Rockstar im Laufe seines Lebens mal vorbei, entweder, weil Olga und Jace wirklich so nett sind wie immer behauptet wird, oder weil die beiden viele dunkle Geheimnisse kennen. Beides möglich, sagt "Until In Excess", das pro Song ungefähr drei andere Songs kaputt haut und anatomisch unkorrekt wieder zusammensetzt. Die neuen Kreaturen sind in der Regel von einer monstermäßigen Schönheit, die mit ausgesprochen herkömmlichem Instrumentarium erzeugt wird und eigentlich im Planetarium aufgeführt werden sollte. Besser als Pink Floyd (What? – Anm. d. Hrsg.) ist es schon deshalb, weil die Besnard Lakes keine Redundanzen kennen und auch ohne örtliche Betäubung und Fusselkopf-Phalanx funktionieren. Bock auf lauten 70s-Kram und das Erkunden verschiedener Gitarrenschichten unter dunstigen Schleiern sollte man trotzdem mitbringen, das wurde von den beiden Studiofüchsen so auch schon mit einkalkuliert. Songs wie "People Of The Sticks" oder "Catalina" hat man nämlich erst beim dritten Mal hören so weit drin, dass man sich auf die nächsten zwölf Mal freut. Ein bisschen weniger gilt das vielleicht für den Albumcloser "Alamogordo", dessen infernalische Teilstücke nahelegen, dass die Besnard Lakes auch ganz anders können als subtil. Und auf Konzerten zum Beispiel gerne den Putz von der Decke holen.

Bewertung: 8/12

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