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0 Autor: Arne Jamelle

Revocation - Revocation

Revocation
  • VÖ: 02.08.2013
  • Label: Relapse/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 245

Vorsicht, Streber! Revocation haben geübt und wollen das auch zeigen. Gehört bei technischem Death Metal ja zum guten Ton.

Zum Glück wissen Revocation aber auch, dass Narzissmus stinkt, also reißen sie sich nach The Hive und Scattering The Flock, einem etwas belanglosen Einstieg in ihr viertes Studioalbum, beim dritten Song Arch Fiend zusammen – und schreiben einen der besten modernen Metal-Songs des Jahres. Weil sie für einen Moment das Schlachten und Schreddern gegen kreative Hooklines eintauschen, eine kurze, aber schöne Akustik-Passage einbauen und auch sonst viel Spaß an Melodie und einfachen Strukturen zu haben scheinen. Im weiteren Verlauf gelingt Revocation ähnliches in The Gift You Gave, das in der zweiten Hälfte fast schon Session-Charakter hat, und Entombed By Wealth mit seinem verspielt-gegniedelten Mittelteil. Das macht Spaß. Genau wie das Banjo in Invidious, der Prog-Einschlag im Instrumental Spastic und die vielen verschiedenen Arten von Gitarrensolos, die auf dem Album versteckt sind: Das in Numbing Agents ist eine perfekte Slayer-Kopie, wiehert kurz auf und ist schnell wieder verschwunden. Auch eine Art zu sagen: „Rest in Peace, Jeff!“. David Davidsons Gitarren-Können liegt weit über dem Genre-Durchschnitt. Wie er hier in einem Song durch Stile und Techniken fliegt, würde Gitarrenbuchautor Peter Bursch sein Handwerk auf ewig niederlegen lassen. Sehr schön ist, wie sich Revocation im Spannungsfeld zwischen Thrash, technischem und melodiösem Death Metal an der omnipräsenten Dumpfbacken-Falle vorbeiwinden. In einem Genre, das vor Sterilität und Muckertum strotzt, sammelt Revocation jedenfalls durch geschickt platziertes Understatement Sympathiepunkte.

Bewertung: 8/12

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