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0 Autor: Sascha Krüger

Arkells - Michigan Left

Michigan Left
  • VÖ: 15.02.2012
  • Label: The Organisation/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 239

Zweites Album, quasi neue Band: Wo das Debüt noch klar im Americana verankert war, haben die Kanadier jetzt den Pop für sich entdeckt. Was für eine Wohltat.

Denn im Ernst: Natürlich war das hierzulande erst vor einem guten halben Jahr veröffentlichte Arkells-Debüt Jackson Square voll guter Songs – und doch dachte man als ignoranter Europäer, dass es jetzt auch mal gut sei mit den Americana-Dingern. Nachdem das Quintett vor den Aufnahmen von "Michigan Left" viel Fleetwood Mac, Phoenix und Spoon gehört hatte, flossen diese Ideengeber auch ins Songwriting ein. Was Arkells vorzüglich steht, denn sowohl die rhythmische Lässigkeit als auch ihre Fähigkeit, positive und trotzdem tiefsinnige Songs zu schreiben, kam beim Debüt noch zu kurz. Tatsächlich groovt "Michigan Left" anders als sein Vorgänger, schon im Grundgefühl: Man will ständig lauter machen, die klassische Regung für Musik, die im besten Wortsinne „uplifting“ ist. Gerade in den Harmonien zeigt sich, wie anders Arkells auch können, denn ihnen gelingt der seltene Spagat, mit fröhlichen Melodien und Akkorden echten Tiefgang zu erzeugen. Das typisch Amerikanische vernimmt man nur noch vereinzelt – wenn sie etwa in "Coffee" wie ein gut gelaunter Springsteen aus seiner besten Phase klingen oder in "Where You Goin" eine augenzwinkernde Hommage an die 80er-Popsouler Hall & Oates vollziehen. Klar ist, dass den Arkells, die in ihrer Heimat auf dem Weg sind, echte Stars zu werden, hiermit ein überzeugendes Frühlingsalbum gelungen ist. Ihre Zukunft scheint damit noch breiter als zuvor: Denn hiermit geht es schnurstracks ins Radio, ohne dass Arkells dabei plump oder anbiedernd wären.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12

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