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0 Autor: Max Lessmann

Simian Mobile Disco - Unpatterns

Unpatterns

Wir Leben in einer Welt, in der sich Bands auflösen und zu DJ-Teams werden. Das muss man nicht gut finden. Simian Mobile Disco aber machen gefällige Musik zum Modedrogen nehmen. Das kann man gut finden.

Vor Jahren aus der Asche der Band Simian entstiegen, veröffentlichen Jas Shaw und James Ford als Simian Mobile Disco nun ihr drittes Album. Ursprünglich waren sie ein reines DJ-Team zur Aftershow-Bespaßung, mit der Zeit haben sich aber mehrere elektronische Standbeine entwickelt: Erst die Remixe der eigenen Simian-Songs, dann die von anderen Künstlern, und schließlich komplett neue Tracks. Anstelle von Instrumenten stehen sie jetzt hinter Maschinen mit vielen Knöpfen, probieren Töne um der Töne Willen aus und bespielen Partys – erst mit bescheidenem Erfolg und Musik, die als unpassend wahrgenommen wird, dann mit mehr Erfolg und der gleichen Musik, weil der Mainstream mittlerweile aufgeschlossen hat zu Simian Mobile Disco. Dabei bedienen sie so souverän die genreüblichen Vorgaben, als wollten sie Aliens oder ihren Großeltern zeigen, was ein Rave ist. Zwischen den dicken Kunstnebelschwaden, die einem dazu vor dem inneren Auge erscheinen, zuckt eine amtliche Lasershow und schneidet den Rave in mundgerechte Scheiben. Auf "Unpatterns" wird das minimal maximaler, verhallte Soulsamples in bester Moby-Tradition und quietschbunte Synthesizer mit Fingerabdrücken von Metronomy kommen dazu. Dann wieder versuchen Simian Mobile Disco das, was sie wohl unter anspruchsvoll verstehen; stumpf bleibt trotzdem Trumpf, und beschweren sollte sich deshalb niemand, wenn wir jetzt schreiben, dass Bands auch einfach mal Bands bleiben dürfen. Die Disco lauert schließlich schon überall.

Bewertung: 7/12

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