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0 Autor: Dennis Drögemüller

My Sleeping Karma - Soma

Soma

Instrumenteller Rock entwickelt sich von einer Randnotiz der Szene gerade wieder zu einem relevanten Genre. Nicht zuletzt wegen Post- und Psychedelic-Rockbands wie My Sleeping Karma.

Die Band aus Aschaffenburg konzentriert sich dabei glücklicherweise längst nicht so sehr auf rauschhafte Exotik, wie es Band- und Albumname – Soma gilt grob als indische Entsprechung zum griechischen Göttertrank Ambrosia – oder die Veröffentlichung der drei Vorgängeralben auf dem Label Elektrohasch andeuten. Auch Referenzen an die Vorväter trippiger Instrumental-Orgien wie Pink Floyd oder Can ahnt man allenfalls. Stattdessen spielt das Quartett eine Art lauernden, sphärischen, latent metallischen, mal indisch oder auch spanisch angehauchten Postrock. Deshalb erinnern die sechs Songs, die es alle auf sieben bis neun Minuten Spiellänge bringen, manchmal an überlange Tool-Interludes, was ausdrücklich als Kompliment gemeint ist. Die fünf Einschübe dazwischen wirken dann so, als hätte sich die Band bewusst zurückgehalten – im Grunde sind sie der gleiche Schlag Song, nur eben nicht auserzählt und mit Effekten wie Herzschlag-Sounds oder Vogelzwitschern angereichert. Schuldig bleiben My Sleeping Karma dabei nicht nur den Gesang, sondern auch den Metal-Ausbruch, den man immer wieder erwartet: Bis auf einige härtere Riffs, die in "Ephedra" oder "Saumya" auch mal in Richtung Black Sabbath oder Stonerrock zwinkern, fließt "Soma" mit seinen repetitiven Bass- und glockenhell darüber gestreuten Gitarrenfiguren homogen und hypnotisch dahin. Eintauchen kann man schon jetzt hervorragend in diesen Sound – damit er einen ganz mitreißt, bräuchte es noch die paar entscheidende Höhepunkte.

Bewertung: 8/12

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