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0 Autor: Max Lessmann

Andy Burrows - Company

Company

Manchmal ist man eben doch allein in der besten Gesellschaft. Herumtreiber Andy Burrows veröffentlicht nun mit Company sein Solodebüt unter eigenem Namen. Es ist reduziert, perkussiv und schön.

Burrows hat ein wenig gebraucht, um sich selbst zu verorten. Der Mann, über den noch kürzlich nur wenig mehr auf seiner Wikipedia-Seite zu lesen war, als dass er seine musikalische Karriere in der Hamsphire County Youth Band begann, steht nicht gerne still. Nach einigen Episoden bei weniger namhaften Gruppen schloss er sich schließlich den damals sehr heißen Emporkömmlingen Razorlight an. Dort verdingte er sich eine zeit lang erfolgreich als Schlagzeuger, Songwriter und Kneipenschläger bis er die nun nicht mehr so heiße Band wieder verließ. Dann ließ er in der schwungvollen, aber doch eher beiläufigen Formation I Am Arrows seine Stimme hören, und es wurde deutlich, warum Burrows keine Lust mehr hatte, nur der Trommler eines eitlen Gockels zu sein. Schließlich wurde er gern gesehenes Gelegenheitsmitglied bei We Are Scientists, schrieb Filmsoundtracks und kam mit Editors-Frontmann Tom Smith als Funny Looking Angles in weihnachtliche Stimmung. Nun kommt der Umtriebige ohne Trommelstock, Glitch-Pop oder Engelsflügel aus und schreibt somit das ehrlichste und unaufgesetzteste Stück Musik seines Lebens. Sagt er, und man will ihm das glauben. Denn "Company" ist die Musik zur Jahreszeit, reduzierter Kaminpop, perfekt zu Wein und Fisch, ebenso wie zu Tee und Honig. Dann wieder Fußgängerzonenschwung mit stampfendem Fuß. Würde Burrows in diesen Tagen an englischen Strandpromenaden aufspielen, wäre ihm ein voller Koffer genauso sicher wie eine knallrote Charakternase.

Bewertung: 8/12

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