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0 Autor: Philip Henke

DZ Deathrays - Bloodstreams

Bloodstreams

Trashiger Garagendiscopartypunk zum Elternhaus-Auseinandernehmen und Möbel-aus-dem-Fenster-Schmeißen. Wer mal so richtig ausklinken will, ist hier an der richtigen Adresse.

Klar, spätestens seit Death From Above 1979 ist das Konzept der zweiköpfigen Partyhausband mit Kontrollverlust nicht mehr neu. Aber auf ihrem ersten vollwertigen Album "Bloodstreams" kombinieren die Australier Shane Parsons und Simon Ridley so schlüssig krachige Haudrauf-Tanzbeats mit ultrakaputten, knarzigen Riffs und völlig überdrehtem Gesang, dass sie im Vergleich mit den Genrekollegen die Latte sogar noch höher legen: Zur bedingungslosen Party gesellt sich bei DZ Deathrays eine große Portion pubertärer Zerstörungswut, die man so nur selten hört. So startet "Bloodstreams" nach kurzem, fast sphärischem Intro mit dem hyperaktiven Riffrocker "Teenage Kickstarts", und im folgenden "Cops Capacity" wird die Partycrowd in großem Stil auf den Konflikt mit den Ordnungshütern vorbereitet: "East say 'cops' and west say 'capacity'". Zwischendurch überrascht "Play Dead Until You’re Dead" mit wabernder Hammond-Orgel statt rotzigem Gebretter, und ihren Höhepunkt erlebt die dreckige Feier in "Debt Death", das zuerst wie ein außer Kontrolle geratener Gameboy klingt, bis ein grenzverzerrtes Orgel- und Bassbratzgewitter kurzen Prozess mit den Chaos-8-Bit-Sounds macht. Sorgen machen muss man sich bei all der Feiertauglichkeit höchstens um die Halbwertszeit von "Bloodstreams" und DZ Deathrays insgesamt. Hoffen wir also, dass die Band schlau genug ist, mit den nächsten Album nicht zu sehr auf den gleichen Stil zu setzen. Man muss das Haus schließlich erst wieder aufbauen, bevor man es erneut abreißen kann.

Bewertung: 8/12

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