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0 Autor: Mario Lasar

Morrissey - Maladjusted

Maladjusted

Ich neige dazu, auf alle Vorwürfe, die gegen Morrissey vorgebracht werden, mit beinahe kindischer Sturheit zu reagieren. The Smiths waren mir sehr wichtig, und Morrissey ist immer noch eine Art Idol für mich, auch wenn ich längst nicht mehr alles unterschreiben würde, was er von sich gibt. Interessant ist, daß im Zusammenhang mit der Figur Morrissey die Musik oft zweitrangig behandelt wird: Die öffentliche Inszenierung der Person ist schon so bedeutungsgeladen, daß die Songs darüber ins Hintertreffen geraten. Aber Morrisseys Platten sind immer gut, und sie sind auch nicht alle gleich, wie Außenstehende vielleicht denken. Nach der durchgehend mit Glamrock-Stilmitteln arbeitenden „Southpaw Grammar" von `95 kommt jetzt ein eher heterogenes Konglomerat von Stilen, das von wunderschöner Orchesterbegleitung bis zu altbekanntem Gitarrenpop reicht. Die Kompositionen zeichnet oftmals eine Qualität aus, die man bei vergleichbaren Bands und Künstlern vermißt; die Texte gefallen mir dann am besten, wenn sie ausufern und sich zu wortreichen Pamphleten entwickeln. In dieser Hinsicht ist das Titelstück ein absoluter Höhepunkt, dessen Einbettung in stachelige Feedback-Gitarren ebenfalls seinesgleichen sucht. Der Gerechtigkeit halber sollte man vielleicht anmerken, daß das vorletzte Stück super-eklig ist, was den Text angeht: Blöde Rachephantasien, die sich womöglich noch an den ehemaligen Smiths-Bassisten Andy Rourke richten sollen, sind nicht notwendig.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.3/12

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