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0 Autor: Arne Jamelle

White Hills - H-p1

H-p1
  • VÖ: 24.06.2011
  • Label: Thrill Jockey/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 220

Space-Rock mit Hasskappe und politischem Anspruch? Bitte sehr! White Hills lassen für Experimente gerne die Gitarren verstummen.

Das selbstbetitelte Debüt war noch sehr rifflastig und kehrte oft wieder in Rock-Schemata zurück. H-p1 nun ist ganz weit draußen und macht den Einstieg zunächst schwer. Psychedelische Jams gehen über in Ambient-Passagen; verzerrte Synthie-Klänge von Neuzugang Shazzula Nebula (!) duellieren sich mit analogen Effektgeräten, bis die Nerven blank liegen. Mal von einem treibenden Beat vorangepeitscht, dann wieder frei schwebend und oszillierend. Der wütende Gesang im Opener The Condition Of Nothing verstört mehr, als Halt zu geben. Genau in der Mitte des Albums versteckt sich mit Upon Arrival der einzige herkömmliche Rocksong – und erste Höhepunkt auf H-p1. Auf Monster Magnets Opus Magnum Spine Of God hätte der eine gute Figur gemacht. Hier zahlt sich die verwendete Produktionstechnik ohne jegliche Kompression aus, die den Sound so organisch und so unmittelbar wie nur möglich macht. Im abschließenden Monumental-Track H-p1 ziehen White Hills alle Register und vermengen die vorangegangenen Elemente zu einem 17-minütigen Acid-Trip für hartgesottene Heavy-Psych-Liebhaber. H-p1 möchte als Ausbruch aus dem Status Quo verstanden werden, als Gegenentwurf zu Gleichförmigkeit, gedankenlosem Konsum und den starren Idealen einer abgestumpften Gesellschaft. Das kann man natürlich hinnehmen – oder einfach festhalten, dass White Hills ein zugleich forderndes wie abwechslungsreiches und streckenweise brillantes Psychedelic-Album aufgenommen haben, nie zu verkopft und mit gerade genug Rock-Momenten, um nicht nur Spartenpublikum zu gefallen.

Bewertung: 8/12

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