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0 Autor: Jens Mayer

The Dwarves - Born Again

Born Again

2011 – das Jahr, in dem die alten Säcke beweisen, warum Punkrock immer noch geil ist. Heute: Nihilismus mit den Dwarves.

Adolescents, Face To Face und jetzt auch die Dwarves. Die liegen ja sogar gründungsmäßig zwischen den beiden Erstgenannten, die im letzten Monat mit frischen Alben überzeugen konnten, obwohl Falten und Haarverlust mittlerweile zu den größten Feinden ihrer Macher gehören dürften. Und wenn The Dwarves Must Die von 2004 fast wie der Abschiedsgruß der Band um Frontsau Blag Dahlia klang, dann ist Are Born Again eben die – genau – Wiedergeburt. Klar, wer sich zweineinhalb Jahrzehnte nach Bandgründung noch von den spitzen Texten provozieren lässt, ist selbst schuld. „Let’s just get high and fuck some sluts“, heißt es dann auch gleich im Opener The Dwarves Are Still The Best Band Ever, verpackt in eine Melodie, die so simpel und einfach ist, dass man selbst drauf kommen könnte – und genau deshalb so großartig. Songs wie I Masturbate Me, Bang Up oder Happy Birthday Suicide hätte man sich auf einem der Comeback-Turbonegro-Alben gewünscht, und Working Class Hole darf bitte ab sofort zur Hymne all derer werden, denen die Springsteen-Verehrung der aktuellen Punkszene auf den Senkel geht. Black Dahlia hält sein Versprechen, ein klassisches Punkrock-Album vorzulegen und dafür das Rappen sein zu lassen. Danke, denn mehr als diese knackigen Hymnen zwischen Hardcore-Punk und Bubblegum-Pop braucht kein Mensch. Damit lassen die Dwarves die meisten neuen, ach so heißen Eisen ziemlich alt aussehen. Am besten auf den Punkt bringt das die Band natürlich wie immer selbst: „Your 15 minutes are gone/ Don’t worry, we’ll carry on/ 25 years, man/ Through triumph and tears, man/ And we came to bury you son/ Your 15 minutes are up.“

Bewertung: 9/12

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