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0 Autor: Frederik Tebbe

Deaf Havana - Fools And Worthless Liars

Fools And Worthless Liars

Früher war mehr Hardcore. Nach dem Abschied von Shouter Ryan Mellor starten Deaf Havana den musikalischen Reboot.

Deaf Havana kommen aus Großbritannien und waren mal eine Posthardcore-Band. Nachdem sich Schreihals Ryan Mellor aber 2010 nach der Tour zum Debütalbum "Meet Me Halfway, At Least" von der Band getrennt hat, beschloss der Rest um den verbliebenen Sänger James Veck-Gilodi, keinen Ersatz zu suchen, sondern zu viert mit lediglich einer Stimme weiterzumachen. Diese Entwicklung führt schließlich auf Deaf Havanas neuem Album "Fools And Worthless Liars" zum Stilbruch und zeigt eine Band, die nach einer Schreibblockade dem Posthardcore den Rücken kehrt und sich nun eher dem melancholischen Alternative Rock widmet. Veck-Gilodis Stimme und Präsenz stehen dabei klar im Vordergrund. Das ist aber auch gar nicht weiter schlimm, da er sich als wirklich starker Sänger präsentiert, der mühelos sowohl hymnenhafte Refrains als auch straighte Gesangslinien meistern kann. Rein lyrisch gibt er den nachdenklich-reflektierenden Mittzwanziger: "Oh retrospect, it’s a curse we can’t prevent/ And the days we loved the most have all been spent". Leider fehlt Deaf Havana 2.0 ein wenig der Mut zu Ecke und Kante. Man wünscht sich mehr Schmutz in Produktion und Stimme und auf dem Album. Hervorzuheben wäre da immerhin "Anemophobia", das gleichermaßen Druck und Dreck liefert. Letztlich entlässt "Fools And Worthless Liars" einen aber mit gemischten Gefühlen. Stücke wie "Youth In Retrospect" strotzen vor Energie, andere Lieder wirken glatt und anbiedernd. Und zwar insofern, als man befürchtet, sie bald im Soundtrack einer RTL-Vorabend-Serie wiederzuhören.

Leserbewertung: 12.0/12

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