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0 Autor: Stefan Layh

Biohazard - Reborn In Defiance

Reborn In Defiance
  • VÖ: 20.01.2012
  • Label: Nuclear Blast/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 227

Nachgeben? Nie! Aufgeben? Vergiss es! Mitleid? Nicht mal geschenkt! Brooklyns Bösewichte holzhämmern sich mit "Reborn In Defiance" ihren eigenen Sarg.

Irgendwann sollten selbst die zähesten Stehaufmännchen die Zeichen der Zeit richtig deuten und liegenbleiben. Für Biohazard wäre der Tag, an dem sie sich dieses Comeback-Album vornahmen, der passende Moment gewesen. Stattdessen widersprechen sie dem alten Boxermotto "They Never Come Back" und steigen tatsächlich noch einmal in den Ring. Auf den überraschend starken Abgang 2005 mit Means To An End folgt jetzt die überflüssige Rückkehr. Bitter, dass Graziadei, Seinfeld, Schuler und Hambel dabei mehr Luftlöcher schlagen als Axel Schulz beim Schattenboxen. Ihre Schlagkraft und Präzision haben nachgelassen, die Technik ist nicht mehr zeitgemäß, und von überraschenden Attacken kann keine Rede sein. Brooklyns Bösewichte haben den alten Biohazard-Bastelkasten unter dem Bett hervorgeholt und mit allem gewürfelt, was sich darin finden ließ – und auf dem ein "Zweite Wahl"-Button klebte. Ihr neuntes Studioalbum ist ein Querschnitt der B-Seiten der Bandgeschichte. Dass "Reborn In Defiance" klingt wie aus der Zeit gefallen, ist dabei nicht das größte Problem. Schlimmer ist, dass Biohazard sich als blasse Blaupause jener Band blamieren, die Anfang der 90er die Hardcoremetal-Welt aus den Angeln hob. Immerhin dürfte sich dieses aufgewärmte Missverständnis bereits geklärt haben: Noch vor der Veröffentlichung des Albums hat Evan Seinfeld schon wieder das Weite gesucht. Vielleicht hat der nebenberufliche Pornodarsteller gemerkt, dass "Reborn In Defiance" auf die Zwölf zielt, aber nur die Vier trifft. Bestenfalls.

Leserbewertung: 7.3/12

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