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0 Autor: Britta Helm

Matt & Kim - Sidewalks

Sidewalks
  • VÖ: 25.03.2011
  • Label: Different/Pias/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 217

Bürgersteig deine Mudda. Die megagut gelaunten Brooklynites fahren ihren Power-Indiepop immer noch auf bunten Paradewagen mitten über die Straßen.

Plattgemacht wird dabei nichts und niemand, dafür sind sie erstens viel zu nett und zweitens, selbst wenn, selbst viel goldiger als jeder noch so großäugige Kleinsthund. Kim Schifino trommelt auch so ähnlich, Computerchip im Kopf, Affenarme zur Sonne und ein Grinsen wie drei Kilometer saure Gummiwürmer mit richtig viel Farbstoff. Sollte die twitternde HipHop-Elite je ein eigenes Maskottchen brauchen: da. Und sie wäre noch stolz drauf, diese hüpfenden Beats spielt sie ja nicht von ungefähr. Matt Johnson ist mindestens so aufgedreht, der schlaksige Freund im Streifenshirt, der einem jeden falsch bestellten Kaffee dankend abnimmt und mit Schmackes über sein Keyboard kippt, auf dass es so klingt wie die Computerspiele seiner Jugend. Der dazu so feierlich singt, als wären mit einem Schlag alle Flüsse der Welt wieder sauber. Blöd ist das nur, wenn einem Optimismus generell gegen die Hutschnur stößt; umso awesomer aber, wenn "Grand" vor zwei Jahren noch viel zu wenig war, um alle Widrigkeiten des Lebens mit poppigen Hymnen zu beschießen, denen höchstens noch fehlt, dass jemand an den besten Stellen Comicgeräusche macht. (Ein Song wie "AM/FM" Sound ist mit seinem "Ee-ooh"-Refrain aber schon verdammt nah dran.) Was diesmal noch besser ist: Wie rund und groß sie geworden sind, ohne dabei irgendwie weniger Spaß zu machen. "Hands in the paint/ Let’s make our mark!" Was nicht so gut ist: Dass natürlich nicht jeder Song der wichtigste der Welt sein kann. Aber Matt und Kim ernsthaft irgendetwas übel nehmen? Ha!

Bewertung: 9/12

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