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0 Autor: Nina Töllner

Kristofer Aström - From Eagle To Sparrow

From Eagle To Sparrow

Und da ist es wieder passiert: Freundin weg, Stromrechnung nicht bezahlt. Kristofer Åström besinnt sich mit seinem siebten Soloalbum aufs Wesentliche.

Zuletzt hat der Ex-Fireside-Frontmann ein wenig Dampf abgelassen. 2009 möbelte er auf "Sinkadus" seinen zart besaiteten Country-Folk mit einer Handvoll Dinosaur-Jr.-Momenten auf – um im Anschluss gleich wieder den Stecker zu ziehen. So ist "From Eagle To Sparrow" eine Åström-Platte der alten Schule geworden. Will heißen: Selbstzweifel und Herzschmerz, vorgetragen mit liebenswertem Verlierer-Charme und verpackt in ein heimeliges Akustikgewand. Zugegeben, beim dezent beschwingten Band-Groove von Songs wie "Taser Gun" oder "Strong & Tall" kommt kurzzeitig beinahe Stimmung auf, und mit "Can You Imagine?" Gibt es auch wieder einen gesellschaftskritischen Song mit Wut im Bauch. Schließlich bleibt Åström selbst mit Wanderklampfe Punk im Geiste. Auf Albumlänge sind es dann aber doch die melancholische Introvertiertheit und der schiefe Haussegen, die den Ton vorgeben. "How come you are staying with me?/ How come you’re still here?", fragt der Schwede im Mundharmonika-verzierten Opener "For You" ungläubig die Liebste, frei nach der Logik: Scheint privat die Welt mal in Ordnung zu sein, stimmt wohl was nicht. Und Bingo: Mit der trauten Zweisamkeit ist es wenig später vorbei. Dann konstatiert der erneut Verlassene mit leidgeprüftem Timbre "Come Summer (Come Standing Outside Your Door)" und schiebt das sparsam instrumentierte "When Will You Come Back?" hinterher. Jammerlappenmusik? Vielleicht. Aber der perfekte Soundtrack, wenn man gerade die Scherben der letzten Liebe aufkehrt und dazu eine Flasche Selbstmitleid köpft. Cheers darling.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 12.0/12

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