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Crippled Black Phoenix - (Mankind) The Crafty Ape

(Mankind) The Crafty Ape

Anderthalb Minuten bis zum ersten Mellotron, drei Minuten bis zum ersten David-Gilmour-Gedächtnis-Solo: In Crippled Black Phoenix steckte schon immer viel Pink Floyd – jetzt machen sie sich nicht mal mehr die Mühe, es zu kaschieren.

"(Mankind) The Crafty Ape" ist die Art von Platte, für die man Prog nur lieben oder hassen kann: das Doppelalbum einer Band, die sich nicht zusammenreißen kann, mit allen Konsequenzen. "Mit unseren neuen Songs wollten wir mehr auf den Punkt kommen", sagt Justin Greaves, der seit jeher auf Platten selbstbewusster auftritt als auf Bühnen, wo er nie so ganz zu wissen scheint, wohin er mit sich soll. Trotzdem ist ein Album wie dieses alles andere als der Inbegriff von "auf den Punkt kommen". Fokussiert klingen Crippled Black Phoenix vielleicht noch Song für Song gesehen, nicht aber auf Albumlänge, wo sie immer wieder viel Luft zwischen den Stücken lassen, um sich minutenlange Sample- und Effekt-Sperenzchen wie Wabersounds und Glockenläuten zu gönnen. Wenn sich aus dem Nebel dann wieder Konturen abzeichnen und Songs Gestalt annehmen, reicht die Kompetenz der Band von Psychedelic-, über Post- und Prog- bis zum Hardrock, der sich vor allem gegen Ende der ersten Hälfte breitmacht. Hilfreiche Faustformel in dem Zusammenhang: Löst Daisy Chapman Joe Volk am Mikrofon ab, legt die quasi-ausgemachte Männermusik von Crippled Black Phoenix an Pathos, aber kaum an Femininität zu. Das ließ sich schon 2010 auf dem noch vorzüglicheren Vorgängeralbum "I, Vigilante" nachhören, im Journey-Cover "Of A Lifetime". Diesmal verzichtet die Band darauf, in anderer Leute Songschubladen zu wühlen. Ihnen platzt ja so schon der Kopf vor Ideen.

Leserbewertung: 9.4/12

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