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0 Autor: Daniel Gerhardt

Blitzen Trapper - American Goldwing

American Goldwing

Classic Rock für Indierock-Hörer (oder andersrum): Blitzen Trapper bewachen ihr kleines Eckchen im Rockgeschichten-Archiv und übergießen da alles mit Whiskey.

Oder mit frisch aufgebackenen Bohnen oder irgendwas anderem, was ein Cowboy-Pferd in seinen Satteltaschen mitführt; es bleibt jedenfalls einfach, Blitzen Trapper nah heranzurücken an US-Rock’n’Roll-Klischees aus längst vergangenen Jahrzehnten, weil sie außer bei dieser Band nur noch dort ähnlich lebendig sind, wo Bands die längst vergangenen Jahrzehnte miterlebt und überlebt haben. Dass bei solchen Einsortierungen von Blitzen Trapper selbst keine Gegenwehr zu erwarten ist, zeigt schon der Titel ihres neuen Albums, aber auch in den Songs setzen sich twangy Gitarren, explosive Kurzsoli, Baumfällergesang und entsprechende Geschichten über Sitzenlasser, Sitzengelassene und die gelegentliche Bluttat fort. Was es dann interessant macht, ist die Tatsache, dass Blitzen Trapper in Portland wohnen und bei Sub Pop sind und auch das beides in ihrer Musik steckt: Ihr Sänger Eric Earley würde wahrscheinlich lieber mit den Shins als mit CCR verglichen, und wenn man sich die gelegentliche Mundharmonika mal wegdenkt und das allgegenwärtige Thekenklavier überhört, wird hier vieles offengelegt, was auch bei Bands ohne Sporen an den Stiefeln durchgewunken wird. Blitzen Trapper haben aus diesem Zwiespalt mittlerweile sechs Alben und eine manierliche Karriere gebaut, und hey, sie klingen auf American Goldwing sogar weniger abgenutzt als auf ihrer vierten und fünften Platte. Weiterer Grund zur Begeisterung: Nach The Low Anthem sind sie nun schon die zweite Band, die an der Rückkehr der Maultrommel in die Rockmusik arbeitet.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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