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0 Autor: Zlatan Alihodzic

Tori Amos - Night Of Hunters

Night Of Hunters
  • VÖ: 16.09.2011
  • Label: Deutsche Grammophon/Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 224

Das Beben am Piano beginnt, eine kleine Melodie kommt dazu, und wenn sich kurz darauf die Streicher erheben, startet die wilde Fahrt durch eine weite Gefühlswelt.

Die Geschichte hinter diesem Konzeptalbum: Eine Frau durchlebt in nur einer Nacht die dramatischsten Stationen einer Liebe. Schon ohne Tori Amos' Stimme sind die Stücke auf "Night Of Hunters" beeindruckend. Unterhaltsame E-Musik könnte man das nennen, wenn diese Begrifflichkeit nicht schon durch amateurhafte Umsetzungen klassischer Lieder für die Charts belastet wäre. Die Kompositionen sind durchweg anspruchsvoll, dabei aber zugänglich und packend. Und zum ersten Mal kommen auf einem Album von Amos ausschließlich akustische Instrumente zum Einsatz. Die Songs stammen nicht nur aus der Feder der Singer/Songwriterin, sie hat das Album auch selbst produziert. Selbstverständlich ist auch ihre Stimme zu hören. Wandlungsfähig wie eh und je ist sie mal anklagend, mal bittend, traurig oder hoffnungsvoll. Überzogen oder abgehoben klingt sie dabei allerdings nicht; man nimmt ihr alles ab, und sie scheint das alles auch so zu meinen oder zu fühlen. Auch wenn es ein Konzeptalbum ist – nach dem Weihnachtsalbum nun das zweite in Folge –, dürfte noch nie eine so große Portion Tori Amos auf einer Platte zu finden gewesen sein. Dazu kommt, dass sie auch ihre elfjährige Tochter Natashya Hawley und ihre Nichte Kelsey Dobyns überraschend oft ans Mikrofon lässt. Die jungen Stimmen verwirren zunächst, weil sie ungeschliffen klingen und sich stark von Amos und der Musik abheben. Doch die Einsätze der Kinder sind gut verteilt und sind schließlich doch ein weiterer Reiz auf "Night Of Hunters".

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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