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0 Autor: Daniel Gerhardt

Dum Dum Girls - Only In Dreams

Only In Dreams

Jetzt mit mehr Surfpunk, gebrochenen Herzen und einer Ahnung von Psychobilly: Die Dum Dum Girls freuen sich weiter über ihre Wachstumsschmerzen.

Dee Dee Penny ist bleich wie der Tod und dünn wie ein Ramone, sie ist längst keine bloße Sängerin mehr, sondern ein Gesamtkunstwerk, bei dem nicht nur die Betonung jedes gesungenen Worts wichtig ist, sondern auch die Sonnenbrille oder wie sie ihre Zigaretten hält. Die Dum Dum Girls sind also noch stylisher als bis jetzt und auch stilbewusster: Only In Dreams macht Haken hinter Poppunk und Girl-Group-Soul (sowieso), surft auf Surf-Gitarren, bringt ein vorsichtiges Psychobilly-Lied und nähert sich mit dem sechseinhalbminütigen "Coming Down" auch einer Powerballade, also der Königsdisziplin für jede Popband, die was auf sich hält. Schreiben kann man das so erst, wenn einem die Katze weggelaufen oder die Mutter gestorben ist, und Penny ist sogar beides passiert, aber wissen muss man das nicht, um sich reinzufühlen in diesen Song mit seinem langgezogenen Fast-schon-Celine-Dion-Moment und dem anschließenden Gitarrensolo, das man in den 90ern noch auf einer Bergeshöhe eingespielt und aus dem Hubschrauber gefilmt hätte. Natürlich klingt selbst das alles cool bei den Dum Dum Girls, und vielleicht ist das sogar das einzige Problem an Only In Dreams. Die Platte wirft sich in Posen, wenn sie einfach so dastehen könnte, Penny behält die Sonnenbrille im Dunkeln auf, kein Moment traut sich wirklich aus sich raus. Ein Tick, den sich die Band mit den Raveonettes teilt, deren Sune Rose Wagner Only In Dreams produziert hat. Letztlich der rettende Unterschied: Wagner fühlt sich nur cool, Penny ist es wirklich.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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