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0 Autor: Dennis Drögemüller

Therapy? - We're Here To The End (Live)

We're Here To The End (Live)

Im besten Fall schafft ein Livealbum den Dialog zwischen Band, Publikum und dem Hörer zuhause. Und Therapy? unterhalten sich nun mal gern direkt und lautstark.

Im Sound ihrer nach 20 Jahren Bandgeschichte ersten Bühnenkonserve spiegelt sich die Geisteshaltung der Nordiren wider: Overdubs sind für Linkin Park, Therapy? bedeutet kompromisslos Lo-Fi. Spröde und unterproduziert serviert einem die Band ihre lärmige Gratwanderung zwischen Metal, Alternative und Punk. Am distanzierten Sound dürften sich die Geister scheiden, zu sehr nach Bootleg klingt er manchmal, erlaubt aber eben auch einen ziemlich realistischen, ungeschönten Blick auf die Live-Performance der Band. Die dann auch überzeugt: Kantig und schnörkellos rüpeln sich Therapy? selbst durch die Songs ihrer Konsens-Platte "Troublegum", Dank der nassforschen Präsentation steht nicht die kleinste Hürde zwischen Hits wie "Sister" oder "Nowhere" und dem Publikum im London Water Rats Theater, das nicht bloß artig an den richtigen Stellen applaudiert, sondern sich der Band treu ergeben um den Hals wirft. "Die Like A Mother Fucker" und "Potato Junkie" mit seiner unkaputtbaren Zeile „James Joyce is fucking my sister“ sind nur die Höhepunkte für eine auch ansonsten unheimlich präsente, textsichere Menge. Gitarrist Andy Cairns ist das alles offenbar sehr recht, statt auf seinen Gesang konzentriert er sich auf innige Anfeuerungsrufe und kleine Provokationen in Richtung der Zuschauer, die diese jubelnd quittieren. So hat "We're Here To The End" letztlich sehr viel von einem gelungenen Konzertabend und – trotz des mächtigen Aufgebots von 36 Songs – sehr wenig von einer verschleierten Best Of.

Leserbewertung: 5.7/12

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