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0 Autor: Steffen Eisentraut

Papa Roach - Time For Annihilation – On The Record And On The Road

Time For Annihilation – On The Record And On The Road

Zehn Jahre nach dem Durchbruch veröffentlichen Papa Roach ihr erstes Live-Album, das nur zu zwei Dritteln eines ist.

Die ersten fünf Songs sind nämlich neu. Und bieten dem geneigten Hörer, was er erwartet: Auf den Punkt produzierte Dreieinhalbminüter, die nie lange herumfackeln, bis die erste Hookline sich mit der Brechstange Zugang zum Hirn verschafft. Man kennt das ja noch von Last Resort. Die coolen Leute hätten nie zugegeben, Papa Roach gut zu finden, aber nach fünf Bier in der Großraum-Rockdisse wurde dann doch mit hochgereckter Faust „Cut my life into pieces!“ proklamiert. Ironisch gebrochen, natürlich. Heute heißen diese Songs halt Burn oder Kick In The Teeth. Die Raps sind lange weg, die auf Radioformat gebürstete Wut ist geblieben.

Mit Papa Roach verhält es sich ein wenig wie mit James Bond-Filmen. Auch wenn die Story jedes Mal variiert, bleibt man dem Erfolgsrezept im Großen und Ganzen treu. Das wollen die Produzenten, das wollen die Fans – von denen es immer noch viele gibt. Wohl nicht zuletzt wegen der Entertainment-Qualitäten, die die Band live an den Tag legt, wie im zweiten Teil von Time For Annihilation dokumentiert wird. Während die Instrumental-Fraktion das Set absolut tight runterspielt, macht Jacoby Shaddix den hyperaktiven Bühnenanimateur, ergötzt sich an den „kick-ass rock’n’roll shows for badass people“ und befiehlt, crazy zu gehen. Wobei er sich derlei Anfeuerungen sparen könnte, so beeindruckend textsicher agiert das Publikum von allein.

Als Querschnitt durch alle Studioalben dient das hier vermutlich auch als Antwort auf die vom alten Label Geffen – gegen den Willen von Papa Roach – jüngst veröffentlichte Greatest-Hits-Platte.

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