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0 Autor: Carsten Sandkämper

Brian Eno - Drums Between The Bells

Drums Between The Bells

Damit im Vorfeld eines klar ist: Mit Ikonenverehrung kommen wir hier nicht ans Ziel. Alleine die Nennung seines Namens erzeugt so etwas wie sakrale Andacht eingedenk seiner Bedeutung für elektronische Musik im Allgemeinen und Ambient im Speziellen.

Trotzdem sollte man die einfach mal rigoros zur Seite schieben und sein zweites Album auf Warp Records als Ganzes, musikalisch wirken lassen. Die vorliegende Arbeit vereint die musikalische Zusammenarbeit von Brian Eno mit dem Poeten Rick Holland, eine fortgeführte Zusammenarbeit, die 2003 begann und heute in Form eines Albumprojektes abgeschlossen wird. Angesichts der 15 Stücke, die in diversen Stimmungen ihre textlichen Vorgaben spiegeln, kann man von einer klassischen Vertonung von Gedichten sprechen. Im ersten Moment schade: Was mit dem Opener Bless In This Space noch rüde und knarzend durch die Tür poltert, bleibt bereits im dritten Stück Dreambirds wie in Honig stecken. Bleiben nach kurzem Aufflammen des abenteuerlustigen Soundpoeten doch wieder nur Fingerübungen eines Flughafenmusikers? Nein, denn darum geht es nicht. Zurück zur Prämisse bzw. zum Sinn des Ganzen. Eine wichtige Fußnote liefert der tatsächliche Titel der Veröffentlichung: Brian Eno And The Words Of Rick Holland. Es geht um die Worte, die sich im Verlauf der ersten Viertelstunde vom Hintergrund immer weiter abheben, bis in The Airman der Text scheinbar nur noch von verhallten Bassdrums und Streicherfetzen untermalt wird. Natürlich: Ebenso wenig wie um die Ikone Brian Eno, geht es hier um Emotion. Unterm Strich erklärt dieses Album allerdings extrem gut, warum Eno heutzutage auf Warp veröffentlicht.

Bewertung: 7/12

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