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0 Autor: Martin Iordanidis

In Flames - Sounds Of A Playground Fading

Sounds Of A Playground Fading

Der Wandel kommt mit Samthandschuhen. In Flames ohne Bandgründer Jesper Stromblad zeigen sich experimentierfreudig und in homöopathischen Dosen elektronisch.

„Das hätten wir vor 20 Jahren und ohne zweieinhalb Millionen verkaufte Platten im Rücken auch gebracht“, sagt In-Flames-Sänger Anders Fridèn. Den künstlerischen Eigensinn nimmt man ihm ab. Schließlich muss man schon 1990 dickköpfig sein, um Grunge mit melodischem Death Metal zu beantworten. Sounds Of A Playground Fading zeigt In Flames vielseitiger als auf dem Vorgängeralbum A Sense Of Purpose, das alleinige Verharren auf technisch hohem Spielniveau wird als Erfolgsrezept abgelöst. Drei Songs von der Göteborg-Stange schiebt man vorneweg, sie klingen nach Wiedersehen mit alten Freunden. Auch The Puzzle setzt auf Sicherheit; Schlagzeug und Riffmaschine knüppeln ungebremst und hart nach vorne. Die Fans sollen zufrieden gestellt sein, bevor In Flames sich ganz langsam auf neues Terrain trauen. The Attic bleibt auf voller Länge flüsterleise und lässt Gitarre und Harmonika eine düster-romantische Hochzeit feiern. Fridèn belässt es bei stiller Poesie und erschafft ausgerechnet mit diesem Moment einen Höhepunkt des Albums. Das doppelläufige Gitarrenthema von Ropes ist Iron Maiden geschuldet, danach erst kommen die Überraschungen. Jester’s Door ist Elektro-Rock, wie Depeche Mode ihn 1993 verstanden haben. Nach zweieinhalb Minuten schleicht sich das Intermezzo wieder raus und macht Platz für A New Dawn. Der beginnt mit der reinen Lehre des Metal und zerfließt nach seiner Halbzeit in aufwändig arrangierten Streichersätzen. Bungeejumping à la In Flames beinhaltet doppelte Gummizüge, meterhohe Sprungkissen und jede Menge Gelenkschoner.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.0/12

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