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0 Autor: Hauke Hackstein

The Blood Arm - Turn And Face Me

Turn And Face Me

Zugegeben: Es hat lange gedauert. Dabei passt das gar nicht zu den spritzigen Songs von The Blood Arm. Die fallen nämlich weiter gern mit der Tür ins Haus.

Und riskieren dabei nicht selten alles zwischen Geld und Leben. Wie Schlagzeuger Zachar Amos etwa, als er Anfang des Jahres im berüchtigten Berliner Club White Trash zunächst die reichlich alkoholisierte Idee hatte, sich mit Türsteher „Bam Bam“ anzulegen und dann, als er plötzlich begriff, woher Bam Bams Name wohl stammt, glatt dachte, er sollte sich in solch einer Situation am besten mit abgebrochener Bierflasche verteidigen. Wäre die Polizei nicht dazwischengegangen, würde Bam Bam die Sache mittlerweile sicher nicht mit Humor nehmen und sich „The Blood Arm“ auf seinen verheilten Arm tätowieren lassen, wäre die Band um eine spitzen Geschichte ärmer und – was am wichtigsten ist – könnten wir Turn And Face Me nicht hören. Das zweite offizielle und streng genommen dritte Album der Kalifornier steht seinem sympathisch drängelnden Vorgänger Lie Lover Lie nämlich in nichts nach, geht es um treibende Songs mit scharfen Gitarren, pumpenden Drums und wild darüber hoppelndem Klavier. Dazu kommt der oft augenzwinkernde Gesang von Nathaniel Fregoso und sein unwiderstehliches Selbstbewusstsein, noch die stumpfesten Themen als gänzlich neu zu verkaufen und in Worte zu kleiden, die wie ihre instrumentale Untermalung direkt in Bauch und Beine schießen. Auf dem Vorgänger warf das echte, nachhaltige Hits ab, die noch heute in keinem Indie-Ballermann fehlen dürfen. Und obwohl vier Jahre eine ungeheuer lange Wartezeit auf Nachschub von so kurzweiligem Vergnügen sind, knüpfen The Blood Arm mit Turn And Face Me auch genau dort an. Muss man ihnen lassen.

Bewertung: 8/12

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