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0 Autor: Stefan Layh

Chris Shiflett - Chris Shiflett & The Dead Peasants

Chris Shiflett & The Dead Peasants

Chris Shiflett galoppiert wie zuletzt Foo-Fighters-Kollege Taylor Hawkins auf eigene Faust los. Ziel des Ritts: der Wilde Westen, ohne Schießereien.

Als Wegbegleiter suchte sich Shiflett die Dead Peasants aus, das sind Schlagzeuger John Lousteau, Haus- und Hoftontechniker der Foo Fighters, und Keyboarder Derek Silverman. Solide Musiker, die die countryfizierten Ideen Shifletts gekonnt umsetzen. Der denkt in seiner Foo-Fighters-Freizeit an Nashville und den Sound von weitem Weideland und kernigen Männern mit Schießeisen. Chris Shiflett & The Dead Peasants speist sich aus Country-Zitaten, lockerem Rockabilly und einer Prise Americana-Aroma. Hierzu ließe sich leicht ein Topf dicke Bohnen mit Speck oder ein Stapel Spareribs mit Country Potatoes vertilgen, ohne dass man insgesamt zu viel zu verdauen hätte. Beispielhaft sind das unterhaltsame Country-Pop-Federgewicht Get Along oder Bandaged mit schwerelosem Steel-Guitar-Solo zum Grashalmkauen. Die multiinstrumentale Schimpftirade God Damn protzt mit ein paar Powerchords und pointiertem Saloon-Piano, mit gezupfter Mandoline und wieder der hemmungslos singenden Steel-Guitar. Standesgemäß trägt Shiflett auf dem Albumcover einen Hut mit breiter Krempe, ein Hemd mit großen Karos und stützt sich auf eine dickbauchige Gitarre. Sein Selbstverwirklichungstrip nimmt sich selbst nicht zu ernst, der 39-Jährige will nur spielen. Noch einmal Cowboy sein, wie früher. Schon der verträumte, verorgelte Einstieg Helsinki, der sich bei R.E.M.s Man On The Moon bedient, deutet eher auf einen augenzwinkernden Ausritt zur Ponderosa-Ranch hin als auf einen todernsten Tag im Leben eines Revolverhelden an bleihaltiger Luft.

Bewertung: 6/12

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