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0 Autor: Christian Wiensgol

Fanoe - Full Speed Ahead

Full Speed Ahead

Für den Fall, dass das schweizerische Privatfernsehen sich bald an eine billige Matrix-Adaption macht, spielen Fanoe schon mal den passenden Soundtrack ein.

Statt Einsen und Nullen hagelt es dann Buchstaben, die sich zu Wörtern und Sätzen zusammensetzen wie: „I am a man who gives you what you need/ You’re the girl that makes a man bleed.“ Und das ist nicht etwa der herausgepickte lyrische Tiefpunkt von Full Speed Ahead, sondern einfach der erste Satz einer Platte, die optisch in die Dunkelheit der Tiefsee eintaucht, musikalisch als rasender Cyberpunk ins Weltall aufbricht und dabei nicht nur textlich eine Bruchlandung nach der anderen hinlegt. Das Quartett um den dänischen Namensgeber und Frontmann Klaus Fanoe folge keinem Hype, heißt es in der Pressemitteilung zum Album euphemistisch. Das stimmt sogar, wenn man zu Recht vergessene Hypes außer Acht lässt. Tatsächlich stecken Fanoe mit ihrem dritten Album immer noch im Industrial-Gothic-Rock der 90er Jahre fest. Analoge Synthies dröhnen düster über Bass, Gitarre und Schlagzeug, und der verzerrte Gesang beschwört die Apokalypse herauf. Nun, diese blieb schon zur Jahrtausendwende aus. Heute eignet sich der Sound höchstens noch für die schwarze Halle in der Großraumdisko, den Opening-Slot der lokalen Marilyn-Manson-Coverband oder den Soundtrack des nächsten direkt auf DVD veröffentlichten Science-Fiction-C-Movies. Wäre ja alles halb so schlimm, wenn dann nicht auch noch Come Together von den Beatles dran glauben müsste, was dem Ganzen den faden Beigeschmack von Leichenfledderei hinzufügt. „Die Totgeweihten grüßen dich“ sei die Kernbotschaft ihrer Musik, heißt es auf der Bandhomepage. Na dann Ableben, bitte.

Bewertung: 3/12

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