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0 Autor: Philipp Welsing

James Yuill - Movement In A Storm

Movement In A Storm

Wer gehofft hatte, James Yuill würde eine Linie finden zwischen all seinem Folk und Geknister, Gezuppel und Synthie-Kram, irrt. Keine Richtung ist auch schon wieder eine? Nö.

Während man so sitzt und hört, wieder und wieder, hofft man, wenigstens der Kopf würde sich endlich mal zu einer Einschätzung dieses Albums durchringen, wenn der Bauch schon längst abgewinkt hat, dem armen Briten Yuill langsam aber auch gleichgültig den Rücken zuwendet und seine Aufmerksamkeit stumpf auf Themen wie Biergarten oder draußen Grillen zurück lenkt. Und was macht der Kopf? Sich minutenlang selbst zermartern, bis ihm aufgeht, dass die nette Melodie direkt zu Anfang der Platte nur von einem geklaut sein kann: Dr. Alban. It’s My Life. Langsamer natürlich, sonst würde mit dem obersten Credo dieses Albums gebrochen: Bloß keine Haltung und schon gar keine Attitüde einnehmen. Musik wie Opportunisten-Freunde, die sich anbiedern, was einem dann unangenehm ist, weil einem nach Mund und Meinung geredet wird. Solche Freunde braucht ja niemand, und da stellt sich schon die Frage, ob Yuill nicht besser daran getan hätte, sein im Grunde modernes und vielseitiges Basismaterial gezielter zu verbinden, anstatt einfach Elektro-Bratze neben Akustik-Zupfer neben Indietronic-Geplucker zu stellen. Foreign Shore läuft Techno-musikalisch aus dem Ruder, als hätte Kele Okereke jemanden von The Prodigy an sein neues doofes Soloalbum gelassen. Wild Goose At Night strengt sich fürchterlich an, dancy zu pumpen. Aber warum eigentlich? Entscheidungen sind gefragt, klare Standpunkte, oder überhaupt mal Standpunkte. Dann können sich die beiden hier weiter um die Einschätzungsgewalt prügeln: Kopf und Bauch. Bis dahin und darüber hinaus bleibt Movement In A Storm Musik für jeden und erst recht für niemanden.

Bewertung: 5/12

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