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Hardcore Superstar - Split Your Lip

Split Your Lip
  • VÖ: 26.11.2010
  • Label: Nuclear Blast/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 213

Das ist der Glam-/Hardrock-Timewarp: Hardcore Superstar machen auf dem zweiten Nuclear-Blast-Album alles so, wie die Fangemeinde es sich wünscht.

Was dieses Jahr im Cock-Rock los ist, muss man mittlerweile als fette Beute bezeichnen – Crashdiet veröffentlichen Generation Wild, Steel Panther toppen jedes Klischee mit einer Extradose Haarlack, Lazer lassen sich bei Rock am Ring beschmeißen, und Hardcore Superstar erinnern sich daran, was die Qualitäten von Bad Sneakers And A Pina Colada sind. Mehr Hardrock, mehr Metaleinschlag, auf spürbarer Distanz zum durchschnittlichen No Regrets und, was die ewigen Kritiker wieder auf die Palme bringen wird, erneut so knietief im Vorhersagbaren, als wäre skandinavischer Schweinerock, der nach Mötley Crüe klingen will, gerade erst erfunden worden.

Dieses Jahr fehlt also eigentlich nur noch, dass Psychopunch demnächst ein Doppelalbum veröffentlichen – und selbst die haben sich mit The Last Goodbye im August ja schon zu einem Lebenszeichen durchgerungen. Split Your Lip packt halt alles in die Spandexhose, was es an Formelhaftem benötigt – spätestens dann, wenn unter dem zweiten Song Guestlist Bon Jovis Livin’ On A Prayer-Thema aufblitzt, verlassen hier Redakteure schreiend das Zimmer – oder bleiben und drehen den Volume-Regler auf Anschlag.

Das ist nichts für die Cordhosenfraktion mit Bügelfalte, der Feingeist meldet sich sofort ab – und einem Song wie Last Call For Alcohol nimmt man halt auch nichts anderes ab, als das, was der Titel verspricht. Und falls irgendwo in Christian Wulffs Vorratskammer noch ein paar Bundesverdienstkreuze lagern: Für das Cover sollte eins fällig sein. Unfassbar.

Bewertung: 8/12

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