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0 Autor: Jörg Meier

Diamanda GalÁs - Malediction & Prayer

Malediction & Prayer

Diamanda Galás ist alt geworden, aber die Stimme und das Pianospiel der Diva ist immer noch unschlagbar. Eine Frau, über die sicherlich viel gelacht wird, mit all ihrem Performance-Zauber, dem Blutbad in der Kirche, ans Kreuz genagelt im Kampf gegen das Vergessen von HIV und Aids. Dieses Live-Album, das fast ausschließlich neues Material enthält, vereinigt Galás’ großartiges Dreieinhalb-Oktaven-Organ (von sanft über obskur bis schmerzerfüllt) mit ihrer Multilingualität und der dazugehörigen Poesie. „Malediction & Prayer" ist sehr stimmorientiert, nicht unbedingt kommerziell, aber mit vielen Blues- und Gospel-Einflüssen doch für Galás-Einsteiger geeignet. Mit leichten Fingern, fast lustig, spielt sie „Supplica A Mia Madre", doch ist ihre Stimme dabei teils lasziv, teils vulgär. Imposant kreischt und bellt, kotzt und raunt sie „Insane Asylum" ins Mikro. „I’m Gonna Live My Life", ein Traditional, interpretiert sie passend mit rotzig-schlacksigen Ton. Diese Frau scheint nur für ihre Kunst, die beileibe keine leichte Kost ist, zu leben - und dafür darf man sie bewundern.

Bewertung: 11/12

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