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    I Like Trains
    He Who Saw The Deep

    VÖ: 29.10.2010 | Label: iLR/Cargo
    Text:
    I Like Trains - He Who Saw The Deep

    Do it yourself statt Label, Weiß statt Schwarz, Zukunft statt Vergangenheit: I Like Trains haben für ihr brillantes zweites Album mehr als nur die Schreibweise ihres Bandnamens geändert.

    Wir können die Liste der Änderungen noch erweitern, zum Beispiel um den in Freundschaft abgewanderten Ashley Dean, der in der Vergangenheit das Horn spielte und an Videoprojektionen feilte. Zudem hat die Band aus Leeds offenbar den Sprung ins kalte Wasser gewagt und die wegweisenden Schienen verlassen: Das schwarzweiße Cover samt Wellen und strahlendem Leuchtturm, ein Track namens Sea Of Regrets und verdächtige Fotos bei Facebook, die die Band segelnd auf „Boat X“ zeigen, sprechen Bände. Im wunderbar aussichtslosen Progress Is A Snake segeln I Like Trains außerdem der untergehenden Sonne entgegen, das Video zu A Father’s Son, einem Song über die Vergänglichkeit der Menschen und die ihres Planeten, zeigt das Meer und ein hölzernes Boot.

    Was ist also geblieben nach ziemlich genau drei langen Jahren, die seit dem Vorgänger Elegies To Lessons Learnt vergangen sind? Da wäre zum einen natürlich die sich rätselhaft ausbreitende Stimme David Martins, die noch immer besser als jede Erzählstimme klingt, wenn sie zum Beispiel in A Father’s Son mit Nachhall „Home is where the heart is“ in den Raum raunt. Auch das Klangbild ist nach wie vor atmosphärisch und dicht, Gitarren und Synthesizer sind von einem schwarz gepinselten Rhythmus-Rahmen umgeben. Aufleuchtende Melodien und ein träumerisch selbstsicheres Schlagzeug brechen diesen phasenweise auf, sprengen ihn aber nie. Schließlich ermahnt Martin nicht nur im ebenso betitelten Song: „Hope is not enough.“

    I Like Trains blicken zwar nicht mehr auf tragische Ereignisse der Geschichte zurück, dafür fällt ihr Blick in die Zukunft der Menschheit auch nicht gerade positiv aus. Da helfen auch weniger Hall und mehr Melodie nicht. Dennoch, im Vergleich zum Debüt ist ein Funke Hoffnung allgegenwärtig. Vielleicht würde man es dank ihm sogar alleine in einer Nussschale auf dem offenen Meer aushalten. Nicht vollkommen allein, aber eigenhändig haben I Like Trains He Who Saw The Deep auf den Weg gebracht. Fans konnten das Album, das über das eigens gegründete Label iLR erscheint, früh vorbestellen und so mitfinanzieren. Dass die Briten an der CD-Verpackung gespart haben, sei ihnen verziehen, schließlich haben sie auch hier selbst Hand, Schere und Kleber angelegt. Den Titel hingegen haben sie sich bei The Epic Of Gilgamesh entliehen, der vielleicht ältesten niedergeschrieben Geschichte der Erde. Also doch noch ein Blick in die Vergangenheit. Er manifestiert die Zukunft dieser Band.

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