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0 Autor: Markus Hockenbrink

Elliott Smith - An Introduction To Elliott Smith

An Introduction To Elliott Smith

An Elliott Smith und seiner originären und doch seltsam vertrauten Musik kommt man eigentlich nicht vorbei. Wer das bis jetzt trotzdem geschafft hat, kann mit dieser kompetenten Best-Of verlorene Zeit nachholen.

Als Singer/Songwriter wollte sich der bekennende Beatles-Fan Smith nie bezeichnen lassen, denn das klang für ihn zu sehr nach gezupfter Gitarre und piefigem Jazzkeller. Jeder seiner Songs sollte den Platz und die Ausstattung bekommen, die er verdiente, und die assoziative musikalische Aura gleich mit dazu, denn Smiths Songs und ihre codeartigen Texte spielten sich mindestens zur Hälfte im Kopf seiner Zuhörer ab. Zu schade, dass der schüchterne Amerikaner thematisch vor allem Düsteres zu bieten hatte: Drogensucht, Selbsthass und ein getrübtes Bild von Zwischenmenschlichem schlagen sich in einem Großteil seiner Songs nieder, die betörend verstörende Lyrics ausgerechnet mit den samtpfötigsten Melodien der Welt kombinieren. Die berückende Intimität, die noch aus seinen halbherzigsten Songs (und davon gibt es wenige) sprach, sorgte bei den meisten Leuten dafür, dass man von Smith entweder gar keine Platte hatte oder gleich alle. Auch deswegen ist der Titel der Compilation gut gewählt und die Songauswahl im Zweifel sogar zweitrangig. Das Konsenswerk "Either/Or" wird erwartungsgemäß gleich von fünf Songs vertreten, dabei warten auch die unterrepräsentierten späten Alben "Figure 8" und "From A Basement On The Hill" mit Highlights auf, die diese CD höchstens erahnen lässt. Aber wollte man deswegen auf "Needle In The Hay" oder "Miss Misery" verzichten? Natürlich nur eine rhetorische Frage, und keine, die man als Smith-Entdecker gleich beantworten muss.

Leserbewertung: 12.0/12

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