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The Dwarves - Come Clean

Come Clean
  • VÖ: 25.02.2000
  • Label: Greedy/Epitaph/Connected
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 84

Wer die Dwarves liebt, findet mit „Come Clean“ definitiv sein Highlight des Monats.
The most un-p.c. band in the world - diese Verrückten großartig anders in Worte fassen, ist eine undankbare Aufgabe. Dabei liebe und begleite ich die ‘Zwerge’ bereits seit Mitte der Achtziger, als sie uns noch als durchgeknallte 60s-Garage-Combo „Horror Stories“ erzählten. Spätestens, als sie 1990 „Blood, Guts & Pussy“ herausbrachten und mit dem blutig-nackten Albumcover zartbesaiteten Seelen elementaren Schaden zufügten, waren sie dann nur noch Provo-Punkrock pur. Ihre Konzerte waren wie ihre Platten: wild, schnell, gewaltverherrlichend und kurz, aber selten schmerzlos. Wer sich in die erste Reihe wagte, musste damit rechnen, vom bis auf eine Sturmhaube meist splitternackt auftretenden Gitarren-Berserker HeWhoCannotBeNamed ein Ende seines Instruments in die Fresse zu kriegen. Trotzdem sind und waren ihre ca. 20minütigen Riot-Gigs stets ordentlich besucht. Man durfte nur nicht zu spät erscheinen... Nach „Thank Heaven For Little Girls“ und „Sugarfix“ hatte ihr Stammlabel ‘Sub Pop’ die Schnauze voll, zumal man es dort gar nicht lustig fand, dass die Band Meldungen lancierte, denen zufolge HeWhoCannotBeNamed beim Heimatbesuch in Philadelphia erstochen worden sei. Der Rauswurf führte 1993 zur Auflösung der Band, doch drei Jahre später waren Satans Lieblinge wieder voll da. ‘97 gab es via ‘Epitaph’ mit „The Dwarves Are Young And Good Looking“ gar das längste und nun mit „Come Clean“ das wahrscheinlich beste Album ihrer Karriere. In gut 20 Minuten ballern uns die Weirdos ein Dutzend Hochgeschwindigkeitskracher um die Ohren, die bei aller Härte auch durchaus schöne Melodien zu schätzen wissen. Schon der Einstieg „How It’s Done“ und das folgende „River City“ (mit der schönen Refrain-Zeile „I’m the River City rapist, and I rape the USA“) sind absolute Killer, die allein schon den Kauf dieses Machwerks rechtfertigen, aber mit Song Nr. 3, „Over You“, haben sich die Dwarves selbst übertroffen. Man mag sich gar nicht ausmalen, was diese Band mit Pop- statt Porno-Appeal alles hätte erreichen können. Zumindest ist das hier mal eine Boygroup ganz nach meinem Geschmack.

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