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0 Autor: Pascal Weiss

Ariel Pink’s Haunted Graffiti - Before Today

Before Today

Ariel Pink, der skurrile Homerecording-Verfechter und Vorreiter des aktuellen LoFi-Synthpop-Trends, wählt für Before Today den Weg ins Tonstudio. Seinen Songs steht die dezente HiFi-Aufpolierung ausgezeichnet.

Der Propeller kreist, die Maschine hebt ab; "Hot Body Rub" leitet mit funky Fingerzeig gewohnt verschroben ein. Wie ein Volltrunkener, der auf dem nächtlichen Heimweg schwankt und mit Schluckauf den 70er-Disco-Glam seines MP3-Players in Zeitlupe durch die Straßen grölt, erhascht der erste Song auf "Before Today" die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Nur, damit das Hitpotenzial des zielstrebig geradeaus schreitenden, dezent geglätteten "Lit Blue Skies" auch ja nicht überhört wird. Ariel Pink beweist: Dank deutlich größerem Handlungsspielraum bei den Aufnahmen erstrahlen seine Songs in neuen Klangfarben. Wie etwa in "Round And Round", das spätestens mit dem ausschweifenden Refrain jeden "Off The Wall"-Tribut überflüssig macht.

Trotzdem verlieren Pink und seine Backingband Haunted Graffiti nicht den Reiz des Unberechenbaren. Denn während das wilde "L’Estat (Acc. To The Window’s Maid)" zwischenzeitlich noch mal die Nähe zu Animal Collective sucht, werden das sachte Soulstück "Can’t Hear My Eyes" und das spacige "Reminiscences" von ruhiger Hand geführt. Geradezu bahnbrechend gerät der Übergang von "Beverly Kills", das auch aus ganz billigen 80er-Movie-Themen noch einen avantgardistischen Tanzflächenfüller kreieren würde, zu "Butt-House Blondies", das einen mit wüster Turbonegro-Gitarre überrumpelt. Wenig später setzt "Revolution’s A Lie" im kalten Manchester zu Joy-Division-Zeiten den Schlusspunkt eines ungeheuerlichen Trips.

Artverwandte

Michael Jackson - "Off The Wall"
John Maus - "Love Is Real"
Roxy Music - "For Your Pleasure"

Bewertung: 8/12

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