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0 Autor: Pascal Weiss

Allo Darlin' - dto.

dto.

Ganz im Stile der Label-Kollegen von The Pains Of Being Pure At Heart präsentieren Allo Darlin’ eine Reihe unbeschwerter Indiepop-Hymnen.

Um es gleich zu Beginn klarzustellen: Hier sucht man Ecken und Kanten vergebens, neuartig ist schon mal gar nichts. Vielmehr klingen Allo Darlin’ im Erstkontakt nach einer weiteren Twee-Pop-Band, die wie unzählige andere Nachkömmlinge den im vergangenen Jahrzehnt von Camera Obscura oder Jens Lekman freigeräumten Weg nutzt, um auf offene Ohren zu stoßen. Wer die Londoner Songwriterin Elizabeth Morris und ihre drei männlichen Mitstreiter aber nicht gleich derart abstempelt, wird belohnt. Denn Allo Darlin’ ist nichts anderes als eine liebenswerte Ansammlung kleiner Hits mit herzerwärmenden Melodien. Das Faible für Lekman oder Morrissey und das sensible Spiel mit der Schnulze lugt auf Allo Darlin‘ immer wieder durch. Besonders deutlich etwa in The Polaroid Song, das mit jugendlicher Unbekümmertheit und famosem Flötensolo in Sekunden haufenweise Frühlingsgefühle freisetzt: „Feel like dancing on my own/ To a record that I do not know/ In a place I’ve never seen before“ – es ist diese erfrischend ehrliche Naivität, die Allo Darlin’ vor dem drohenden Kitsch schützt.

Nur selten, wie im ansonsten tollen If Loneliness Was Art, schießen Allo Darlin’ mit einem arg platten „Shalala“-Refrain über das Ziel hinaus. Ansonsten beweist die Band nicht nur wegen des atmosphärischen Sommerstücks Let’s Go Swimming oder der schüchternen Küchenromanze Heartbeat Chilli Feinfühligkeit und Reife. Sie schlachtet ihre Ideen nie aus, lässt ihnen Luft, ohne sie in unnötig aufgemotzter Instrumentierung zu erdrücken.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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