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0 Autor: Sascha Krüger

Fettes Brot - Fettes/Brot

Fettes/Brot

Die große Live-Offensive von Fettes Brot: zwei Alben, die jeweils als Konzert für sich funktionieren. Mit Hits, Rarem, Beklopptem. Und großer Band.

Jetzt sind sie sich doch untreu geworden. Denn eigentlich wollten sie niemals eine Liveplatte machen. Und nun? Gibt es gleich zwei. Ist aber auch angebracht, das Ganze, denn bei diesen Live-Versionen bleibt kein Stein auf dem anderen. Kein Song klingt so, wie man ihn bisher kannte. Das liegt natürlich einerseits an der äußerst geschmackvoll punchenden Liveband mit dem hübschen Namen Nervenkostüm, die überraschend deutlich auch die Punk-Wurzeln der drei herausarbeitet – nicht wenige der Songs rocken alles in Grund und Boden.

Das liegt aber auch an der Detailverliebtheit von Fettes Brot: Kaum ein Text, der nicht konzert-, abend- oder stimmungsadäquat spontan umgedichtet wurde, kein Song, dem man nicht per Neu-Arrangement eine Frischzellenkur verpasst hätte – bis man manche der Stücke kaum noch wiedererkennen kann. Wer das Veröffentlichen von zwei getrennten Alben für Abzocke hält, dem sei gesagt: Ist es ja auch, aber immerhin bietet jede der Platten mehr als genug an Hits, selten gehörten Stücken, Coverversionen von Songs wie The Clashs London Calling oder dem alten Crooner-Klassiker My Way.

Elementarer Bestandteil des Ganzen sind aber auch Fettes Brot selbst, ganz ohne Musik. Ein rundes Drittel der Spielzeit nehmen ihre herrlich abstrusen Ansagen ein, über deren spontanen Humor man auch beim zehnten Durchlauf noch schmunzeln kann. Ein sehr großer Spaß für Fans der Band und Freunde guten Live-Raps also. Denn Reime droppen, das können Fettes Brot auch live mit bemerkenswertem Verve und endlos guter Laune. So haben HipHop-Liveplatten Sinn.

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