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0 Autor: Daniel Gerhardt

Rage Against The Machine - The Collection

The Collection

Die Revolution kommt zwar nicht im Fernsehen, aber dafür mit Stülpdeckel.

So heißt das, wenn man den kleineren oberen Teil von einer zweiteiligen Pappkarton-Box abziehen kann und im größeren unteren Teil dann das Lebenswerk von Rage Against The Machine steckt. Diese Art der handlichen Katalog-Verramschung als Komplettwerk läuft ja ziemlich gut, seit Radioheads ehemalige Plattenfirma vor drei Jahren ein Boxset veröffentlicht hat, das alle Alben der Band außer "In Rainbows" enthielt. Und ironischerweise kann so ein Sparpaket dann von sich behaupten, dass es bei ihm ganz um die Musik gehe – sonst ist ja nichts mit drin. Wenn man nun also den furiosen, bis zur Tobsucht wütenden Links-Zwo-Drei-Vier-Rock von Rage Against The Machine so zusammengestaucht hört, muss man natürlich zwangsläufig denken, dass das alles so nicht gemeint war, als Zack de la Rocha an Palasttoren rüttelte und Tom Morello die Riffs dazu aus der Hüfte schoss. Der Musik auf dem unverzichtbaren, unbetitelten Debütalbum (1992) und den versierten Selbstkopien, die 1996 und 1999 als Nachfolger veröffentlicht wurden, kann das aber ebenso wenig anhaben wie die Tatsache, dass Rage Against The Machine zwar viele, aber nur wenige gute Bands beeinflusst haben. Mit 18-jährigem Sicherheitsabstand betrachtet haben de la Rochas Marktschreiereien zwar durchaus etwas Rumpelstilzchenhaftes, ihre ewig mitreißende, musikalisch kongenial befeuerte Sprengkraft werden sie aber auch bei der zehnten Rock-am-Ring-Reunion-Show noch nicht verloren haben. Kunst darf eben einfach nur dagegen sein, sie muss keine Lösungen anbieten. Kaum eine Band hat davon so sehr profitiert wie Rage Against The Machine.

Leserbewertung: 12.0/12

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