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0 Autor: Dennis Plauk

The Rolling Stones - Exile on Main Street (Remaster)

Exile on Main Street (Remaster)

Die Stones, acht Jahre nach England’s Newest Hit Makers: Hier ging es nicht um Singles, hier ging es um das große Ganze. Musikalisch wie zwischenmenschlich.

Heute gehören die orgienartigen Umstände, unter denen "Exile On Main Street" zwischen Juli 1971 und März 1972 entstand, zum Kanon der Rockgeschichte. Als Steuerflüchtige quartierten sich die Stones in einer Villa an der Côte d’Azur ein und feierten mit ihren Familien, Freunden und anderen verhaltensauffälligen Menschen rauschende Feste. Ganz nebenbei nahmen sie ihr historisches Großprojekt in Angriff: ein Doppelalbum aus 18 Songs, die den Blues zwischen Soul, Funk, Country und Gospel mal mehr, mal weniger aus dem Blick verlieren und von fiebertraumhaften Texten gekrönt werden (wie viel mehr Material die chaotischen Sessions zutage förderten, deutet die remasterte Deluxe Edition an, die auf einer Bonus-CD weitere zehn Stücke auffährt). Nach dem vergleichsweise geradlinigen Vorgänger "Sticky Fingers" (1971) war "Exile On Main Street" natürlich von vorneherein auf Krawall gebürstet und rutschte vielen Kritikern als aus dem Ruder gelaufenes Song-Sammelsurium durchs Raster. „Vier Seiten lang der immer gleiche Song“, murrte zum Beispiel ein Autor des Rolling Stone, der "Exile On Main Street" offensichtlich nicht bis zu dem Punkt gehört hatte, an dem sich der Nebel lichtet und jedes verdammte Stück seinen ganz eigenen Reiz entwickelt. Es war das Album, an dem sich die Rolling Stones für den Rest ihrer Karriere messen lassen mussten – ohne seiner Klasse jemals wieder nahe gekommen zu sein. PS: Parallel zur Platte erscheint Stephen Kijaks vorzügliche Doku "Stones In Exile" auf DVD.

Leserbewertung: 9.5/12

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