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Andreas Johnson - Liebling

Liebling

Hübscher schwedischer Slacker-Bengel macht hübschen Analog-Pop für hübsche Menschen und solche, die es werden wollen. Gut ist er trotzdem.
Auch wenn die meisten seinen Namen wohl nur mit seiner ersten echten, derzeit ziemlich gefragten Hitsingle „Glorious" in Verbindung bringen dürften, ist der 29-jährige so ganz neu dann doch nicht mehr. Bereits zwei Alben (eines mit seiner früheren Band Planet Waves und ein Solowerk mit dem Titel „Cottonfish Tales“) und zwei Plattenverträge lang wartet der Stockholmer nun schon auf seinen Durchbruch. Jetzt scheint es chartsmäßig ja geschnackelt zu haben, und prompt legt er ein Album nach, das völlig okay geht. Seine Mischung aus ernst zu nehmender Kuschelrock-Attitüde, beatlesker Melodieführung und gefühlvollem Blumenwiesen-Pop meistert den Spagat zwischen Authentizität und Breitenwirksamkeit ziemlich gut. Sicher, Johnson macht lupenreine Popmusik, bei der sich gestandene Rocker vergräzt abwenden mögen. Doch alle, die ihrem Musikempfinden auch mal eine geschmackvolle Portion Emotionalität gönnen wollen und keine Berührungsängste mit Bands wie Manic Street Preachers, Travis oder Gomez haben, werden von Andreas Johnson nicht enttäuscht. Dank seiner unbestreitbaren Fähigkeit, kleine, herzerweichende Melodien zu schreiben und sie in ein Cardigans-verwandtes Soundkostüm zu verpacken, gelingt es ihm fast immer, dem verachtungswürdigen Kitsch- und Kommerz-Karusell zu entgehen und alle die anzusprechen, die nicht immer bis an den Arsch aufgerissene Marshall-Verstärker brauchen. Nur eins noch: Kann mal jemand den Frühling anschalten?

Bewertung: 7/12

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