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1 Autor: Martin Iordanidis

Bullet For My Valentine - Fever

Fever

2008 verschwanden neben der Emo-Romantik auch die Dornen aus dem Bandlogo von Bullet For My Valentine. Ein schlechtes Omen, wie Fever 2010 beweist.

Markante Anfangs- und Endbuchstaben im Stil der Metallica-Widerhaken weisen seitdem in Richtung Größenwahn. Mit Fever wollen Bullet For My Valentine nun offenbar ihr persönliches Black Album hinlegen, denn sämtliche Ecken und Kanten des Metal im Allgemeinen und der Waliser im Speziellen fallen hier der Nagelfeile zum Opfer. All das wäre kein Beinbruch mit entsprechend starken Songs. Die vermisst man hier auf weiter Flur. Stattdessen serviert Matt Tuck Metal-Fastfood wie aus einem College-Komödiensoundtrack. Die unsäglichen Mitklatsch-Provokationen im Titelstück sind da nur der Anfang des Dramas. The Last Fight wirkt biederer als das verklemmte Hardrock-Original aus den 80ern, glattgebügelte Soli überziehen das ganze Album wie ein zäher Schleim. Alone drückt sachte aufs Gas, riskiert aber zu keinem Zeitpunkt Schrammen oder Beulen im Lack.

Da fehlt nur noch: die Powerballade. Der Finanzberater des Heavy-Metal-Genres heißt hier A Place Where You Belong und kommt über ein dümmliches Akkordschema nicht hinaus. Kleingeistig bis pubertär fabulieren die Texte von der guten alten Hühnerjagd, als wäre der Metal niemals gegen die Haarspray-Fraktionen vorgegangen. Zum Schluss holen Bullet For My Valentine mit Begging For Mercy und Pretty On The Outside doch noch zwei Alibi-Kracher aus der Schublade. Eingebettet in schärfere Riffs und atonale Skalen wirken sogar die penetranten Hooklines wie der Farbstrich im Schwarzweiß. Dünnere – und weniger – Pinselstriche aus dem dicken Produktionstopf hätten Fever spannender gemacht.

Artverwandte

Avenged Sevenfold - "Diamonds In The Rough"
Linkin Park - "Minutes To Midnight"
My Chemical Romance - "Three Cheers For Sweet Revenge"

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 5.7/12

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Kommentare (1)

Avatar von St Jimmy St Jimmy 23.05.2010 | 10:24

Viel zu poppig geratenes Album. Das Album ist mit "Scream, Aim, Fire" und "The Poison" vergleichber. BFMV folgen viel zu sehr dem Mainstream. Die Power, die in den beiden ersten Alben noch vorhanden war fehlt
Schade.

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