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Low - Secret Name

Secret Name

Es ist schon erstaunlich, wieviel mehr weniger manchmal sein kann. Low zeigen das mit jedem Gitarrenakkord, mit jedem Schlagzeugeinsatz und jeder neuen Gesangsphrasierung.

Das kanadische Trio machte sich mit niemand geringerem als Steve Albini nach Chicago auf, um das mittlerweile fünfte Album zu produzieren. War ihre letztjährige EP "Songs For A Dead Pilot" noch von wirklich tristen, düsteren Slow-Motion-Tracks geprägt, die den Charme von Permafrostlandschaften versprühten, scheinen Low nun langsam aus dem Winterschlaf aufzuwachen. Hat man erst das Intro überwunden, findet man zwölf spärlich instrumentierte Songperlen, die sich aus fast minimalistischen Ansätzen alle nötige Zeit und Ruhe lassen, um sich zu dem zu entwickeln, was das Presseinfo "Chamber Pop" nennt: Zurückhaltende und doch überwältigende Songs, getragen von wenigen Baßtönen Zak Sallys, genauestens akzentuierten Beats und den brillant harmonierenden Stimmen von Gitarrist Alan Sparhawk und Schlagwerkerin Mimi Parker. Mit "Secret Name" schufen Low ein existenzialistisches Album im besten Sinne. Jeder Ton scheint sich selbst und den benötigten Raum zu erschaffen, und durch das reduktionistische Konzept erscheint das klangliche Geschehen stets bedeutungsschwanger, ohne überfrachtet zu sein. Eine großartige Platte mit vielen experimentellen Ansätzen und phantastischen Songs - trotzdem kann man sich nachher ganz schön down fühlen.

Bewertung: 10/12

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