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0 Autor: Carsten Schumacher

The Mountain Goats - The Life Of The World To Come

The Life Of The World To Come

Der radikalste Minimalist unter den symphonisch denkenden Songwritern taucht auf den puritanischen Grund des aus Millionen eigener Songs bestehenden Meeres.

Ein Konzeptalbum mit Bibelstellen als Songtiteln, wow. John Darnielle hatte schon immer eine Schwäche für Drama, Pathos und Lyrik des Buches der Bücher. Dafür und für Black Metal. Es geht hier nicht um Mission oder Erweckung. Vielmehr geht es wie immer um Liebe, Tod, Krankheit und Abschied. Einmal auch um die Situation eines Gefangenen in einer Haftanstalt bei Brooklyn. Aber alles hält zusammen, dass bestimmte Stellen der Bibel diese Themen verbinden, den Ausgangspunkt der Songs bilden. Aufgenommen wurden die Stücke in Steve Albinis Electrical Audio Studio, allerdings ohne Albini. Mit Streicher-Arrangements von Owen Pallett (Final Fantasy) und einem von Darnielle selbst eingespielten alten Piano. Letzteres fällt dabei stärker ins Gewicht als gut gewesen wäre, bei den Streichern ist es eher umgekehrt. Darnielle hätte sich besser wie immer auf seine Stärke Songwriting und sein Trademark, die Elementar-Gitarre, besonnen und den Rest den Gästen überlassen. So haben wir jetzt ein 17. Studioalbum (Ghana inklusive) mit einer ähnlichen Stimmung und Nacktheit wie Get Lonely und einem etwas zu aufdringlichen Klavier, das der Boombox-gestählten Gitarre unseres Songwriter-Superhelden so einfach nicht das Wasser reichen kann. Aber wie immer sind es Songs wie das tieftraurige Ezekiel 7 oder das wie unter einer Bettdecke tobende Psalms 40:2, die auch dieses Album unverzichtbar machen. Beide bebend, beide auf ihre Weise ironiefrei aufrichtig und intim. Tot oder nicht, man könnte mit den Songs der Mountain Goats vor Gott treten, ohne dass der einen auslacht.

Bewertung: 8/12

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