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0 Autor: André Bosse

She & Him - Volume Two

Volume Two

Was Zooey Deschanel da macht, ist eine Frechheit.

Es kann nicht sein, dass ein Mädchen so aussieht, so schauspielert, so singt und solche Lieder schreibt. Noch einmal schnell Volume One rausgekramt: Schon damals waren die Songs so gut, dass im Reigen der Deschanel-Kompositionen plötzlich ein Lennon/McCartney-Song auftauchte und gar nicht weiter auffiel. Manchmal ging auf dem Debüt die 60er-Jahre-Seligkeit vielleicht ein bisschen weit, und weil Volume Two in dieser Hinsicht mehr zu bieten hat, ist das zweite Album von She & Him sogar noch besser.

Um kurz den „Him“ vorzustellen: M. Ward macht nicht nur exzellente Songwriter-Soloalben und ist Bestandteil der Monsters Of Folk, er gehört auch zu den talentiertesten Arrangeuren der zeitgenössischen Popmusik. Man vergleiche einfach mal seine Streicher mit denen, die gewöhnlich wie Sirup an einer mittelmäßigen Pop- oder Rockballade kleben und dem Lied zum Wohle mit falsch verstandenem Pathos den Atem nehmen. Alles, was M. Ward aufspielen lässt, sorgt nie für Verstopfung. Seine Streicher ändern die Richtung der Songs, sorgen zum Beispiel im gut gelaunten Home für eine Spur schwelgerische Romantik und machen aus dem von Zooey Deschanel sensationell gesungenen Refrain von Thieves einen todsicheren Ohrwurm.

Bleiben noch die musikalischen Neuigkeiten: Gonna Get Along Without You Now und Brand New Shoes wird man auch im Belle-&-Sebastian-Camp in Glasgow lieben, die Single In The Sun kommt ganz ohne Nostalgie aus und erinnert an Rilo Kiley, und mit If You Can’t Sleep glückt der glücklichen Zooey sogar noch ein exzellentes Vokalstück im traditionellen Barbershop-Stil. Wir sagen es ja: Frechheit!

Bewertung: 8/12

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