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Them Crooked Vultures - Them Crooked Vultures

Them Crooked Vultures
  • VÖ: 13.11.2009
  • Label: Sony

Die Soupergroup lüftet den Schleier des viralen Marketings und legt die Karten auf den Tisch. Ein Album, sie alle an die Wand zu spielen? VISIONS-Volontär Hauke Hackstein hat dem Herrentrio Homme-Grohl-Jones einen ersten Durchlauf gegönnt. Frisch aus dem CD-Player: So klingt "Them Crooked Vultures".

Einen ersten Vorgeschmack konnten VISIONS-Leser bereits mit dem Song "New Fang" bekommen, der auf der aktuellen All-Areas-CD der Ausgabe 200 zu finden ist. Aber Them Crooked Vultures legen auf Albumlänge selbstredend nach und reichen 12 weitere Songs nach. VISIONS-Volontär Hauke Hackstein hat sich "Them Crooked Vultures" vorgenommen und seine Track-by-Track-Höreindrücke aufgezeichnet.

01. No One Loves Me & Neither Do I Ein vergleichsweise entspannter Opener, der mit dem Kopfnicker-Groove, den versumpften Hallgitarren und der Kuhglocken-Percussion auch so auf dem letzten QOTSA-Album hätte stattfinden können.

02. Mind Eraser, No Chaser TCV klingen wie eine Mischung aus Queens Of The Stone Age und den Foo Fighters? Hier: ja. Die Foo-Breaks, die Queens-Gitarren, dazu ein hittiger Eagles-Of-Death-Metal-Refrain, John Paul Jones pumpt im Hintergrund typisch ein Stück neben dem Beat.

03. New Fang Der Hit des Albums? Nachkomme von "No One Knows"? Joa, kommt hin. Auf den Punkt gespielt lassen nur die ausufernden Gitarren im Mittelteil den Einfluss des Led-Zep-Bassers erkennen.

04. Dead End Friends Autofahrermucke. Man muss den Herren lassen: Den Spaß, den sie hatten, hört man ihnen an. Und es macht wiederum Spaß, ihnen zuzuhören. Obwohl der kantige Song im Vergleich zu den ersten Dreien melodisch einen Gang zurückschaltet.

05. Elephants Der Übergroove war schon in diversen YouTube-Clips Liebling der Fans. Gerade, wie er sich von einem Led-Zep-Schlurfer zu dem Punkbiest emanzipiert, der er im Grunde ist. Ganze eineinhalb Minuten lässt Josh sich Zeit, seine typischen Gesangsharmonien auszupacken.

06. Scumbag Blues Noch so ein Ungeheuer von Drums und Bass. Tight wie eingelaufene Röhrenjeans. Dazu ein abermals (und auffallend oft) mit Kopfstimme heulender Josh. Mit so einem Fundament kann man ja kaum mehr was falsch machen. Besonders, wenn JPJ seinen Synthesizer (oder Effekt-Bass) auspackt.

07. Bandoliers Als Fan der Bands der Protagonisten erkennt man schnell, wer welchen Song hauptverschuldet hat. Hier wäre es Dave Grohl, der den Song gerader und zahmer gestaltet, als seine Mitstreiter auf dem Album.

08. Reptiles OK, hier wollten sie ein zweites "Kashmir" erzwingen. Zumindest Dave und JPJ. Gott sei Dank macht Josh da nicht so recht mit und grätscht mit Sprechgesang und Ätzgitarren dazwischen. Gerade deswegen vorzüglich.

09. Interlude With Ludes Verzichtbares Interlude aus Schwurbelloops und Klapperschlagzeug. Skippen muss man trotz aller Schräge nicht.

10. Warsaw Or The First Breath You Take After You Give Up Längster Song des Albums. Wieder lassen sie sich Zeit, der Groove gibt erst langsam den Song frei. Wenn man den Einfluss Zeppelins heraushört, dann in der Freiheit, in der alle Beteiligten den Song immer wieder aufbrechen, zurückholen, von der Leine lassen, und wieder von vorn.

11. Caligulove Großartiger Songtitel, der dem beinah schnörkellosen Queens-meets-EODM-Stück einiges an Charme verleit. Josh sumpft den Bass hier ganz schön mit seinen Charakter-Gitarren zu. Erfreulich, dass JPJ das mit Orgelsolo auszugleichen weiß.

12. Gunman Noch ein Hit kurz vor Ende. Offbeat-Drücker und Arschwackelriff, wie man das kennt und liebt. Wer da auf dem Sofa bleibt, klebt fest.

13. Spinning In Daffodils Klavierballade zum Abschluss? Nää, nicht in diesem Leben. Lieber noch mal zusammenfassen, worum es bei der Band hier geht: Spielfreude. Davon profitiert gottlob der Hörer ebenso, wie die Band selbst.

So viel fürs Erste - damit gießen wir neues Benzin in die bereits entfachte Diskussion: Ist Them Crooked Vultures die verdammte All-Star-Band, die all den Vorab-Meriten gerecht wird? Oder haben sich da drei Altgediente zusammengefunden, um sich selbst zu bespaßen?

+++ Update: Ab sofort ist das komplette Album auch im Stream auf themcrookedvultures.com zu hören! +++

Wer weltexklusiv das erste Interview mit den Herren Homme, Grohl und Jones lesen will, greife zur VISIONS 200, dort findet sich ein extralanges Interview. Und in VISIONS 201 stellt sich "Them Crooked Vultures" dem VISIONS Soundcheck - ab dem 25.11. ist die Ausgabe überall erhältlich.

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Leserbewertung: 9.7/12

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Kommentare (2)

Avatar von QUEWHAT QUEWHAT 09.11.2009 | 22:12

Also das muss mir mal einer erklären!! die songs ham doch völlig verschiedene drives und für mich bis auf josh homme und dave grohl nicht viel gemein.
Auch schade sich so an den namen der mitglieder zu verbeissen. wenigstens für mich ist es nich das was ich von einer review erwarte. mir doch völlig schnuppe, ob die klingen wie die ff, qotsa oder lz, fakt ist, da sind musiker am werk, die offensichtlich nen gemeinsamen groove gefunden haben (kann ich jetzt ja auch noch nich so sagen, aber was man so liest und hört eben).
naja, jedem das seine..ich werde die platte geniessen und der herr autor kann ja weiter ähnlichkeiten suchen...kleine tips fürs osterpaket: probot, dessert sessions etc...vielleicht benutzt josh ja irgendwo die gleich effektkombo...Joa, kommt hin.

Avatar von thegauntlet thegauntlet 10.11.2009 | 14:50

Den Song den es gestern zum Download gab fand ich schon mal toll. Ich freue mich auf das Album. Ich erwarte nicht die Wiederkehr von Jesus, sondern einfach ein tolles Rockalbum :)

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