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0 Autor: Daniel Gerhardt

Sunset Rubdown - Dragonslayer

Dragonslayer

Neue Innenansichten von Spencer Krug: Der Wolf-Parade-Leitwolf krempelt einmal mehr den Indierock und seine Ängste auf außen.

Sunset Rubdown sind das spannendste seiner Seitenprojekte, weil sie das Popsonghändchen von Wolf Parade mit der Forschungsfreude von Swan Lake oder Frog Eyes verbinden. Verwirrend wird es mit „Dragonslayer“ aber trotzdem wieder – als wäre das Krug-Universum nicht schon unübersichtlich genug gewesen, als noch jede Band ihre eigenen Lieder hatte, covern Sunset Rubdown auf „Dragonslayer“ den Swan-Lake-Song „Paper Lace“ zwischen Tropicana-Keyboards und den kreischend verzerrten Gitarren und mehrstimmigen Mann/Frau-Gesängen, die typisch sind für ihre vierte Platte. Mehr noch als zuvor zieht es die Songs hier in die Länge; sie sind aber nur im Fall der stramm durchorganisierten Percussion-Übung „Nightingale/December‘s Song“ und des überragenden Parforce-Ritts „Black Swan“ auch verzwickter als bisher. Besonders Letzteres strahlt und atmet eine unbesiegbare Energie aus, die sich quer stellt zu Krugs resignierenden Texten voller Fabelwesen, Fantasy-Anspielungen und Verfolgungswahn. Beziehungen fangen bei ihm erst nach dem Ende an, Feuer brennen niemals nur im metaphorischen Sinn, und doch will man die letzte Selbstvergewisserung des Mutanten-Countrys von „Dragon‘s Lair“ beim Wort nehmen. „You‘re such a champion“, singt Krug mit seinen Leuten – und beweist es weiterhin im Monatstakt.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.5/12

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