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0 Autor: Carsten Sandkämper

The Number Twelve Looks Like You - Worse Than Alone

Worse Than Alone

„Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“, poppt das ein oder andere Mal vor meinem geistigen Auge auf, während ich diese schlecht gelaunte, anstrengende und doch grandiose Platte höre.

Verwandtschaften sind schnell erklärt: Wo beim Dillinger Escape Plan der letzte Schritt zum Metal nicht gegangen wird, steckt die Nummer 12 mittendrin. Das Konglomerat musikalischer Koryphäen aus New Jersey schiebt sich virtuos durch zehn Songs kryptischen Metalcores mit ebensolchen Texten und Vokal-Attacken jeglicher Färbung. Fiese Grunts, nerviger Screamo hier, angenehme Melodie-Linien da. Mitunter etwas bemüht, immer aber herausfordernd. Gleichzeitig marschiert die Band auf ihrem bereits vierten Album nicht stumpf in eine Richtung – genau hier wird‘s kompliziert. In einer Art hyperaktivem Zitierwahn versteigt sich der Sechser ohne Steuermann in Ausflüge auf gefährliches Terrain – namentlich Sprengsel südamerikanischer Rhythmen hier, Lounge-Jazzigem dort. Diese Momente macht die Band leider nicht zu ihren eigenen. Mehr als versöhnlich sind da kopf- und bauchgesteuerte Gewaltausbrüche wie „If They Holler, Don‘t Let Go (Part2)“, die geradezu avantgardistischen Passagen in „Retort, Rewind, Remind“, das wunderbar elegische „The League Of Endengered Oddities“ und die fast 10-minütige Tour De Force „I‘ll Make My Own Hours“. Am Ende überleben sie.

Bewertung: 7/12

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